Ski nordisch : Sebastian Haseney Zweiter in Lahti

Mit einer unglaublichen Energieleistung hat Sebastian Haseney nach Rang 30 im Springen noch den zweiten Platz beim Weltcup der nordischen Kombinierer in Lahti belegt.

Lahti - Bei den 82. Salpausselkä-Skispielen musste der 28 Jahre alte Sebastian Haseney im Gundersen-Wettkampf nur dem 1:15 Minuten vor ihm gestarteten WM-Zweiten Bill Demong (USA) um winzige 6,6 Sekunden den Vortritt lassen. Weltmeister Ronny Ackermann als Vierter hinter dem Finnen Hannu Manninen sowie Björn Kircheisen auf dem achten Platz komplettierten das hervorragende deutsche Abschneiden nach zwei Sprüngen und dem 15 Kilometer langen Lauf.

"Dass ich noch so weit nach vorn laufen kann, hätte ich nie gedacht, obwohl auf der sehr schweren Strecke die besseren Springer keine Chance haben. Hier kann nur ein 'Keuler' gewinnen", sagte der nach dem Springen noch unzufriedene Haseney. Wäre die Loipe noch 500 Meter länger gewesen, hatte er sogar seinen ersten Saisonsieg feiern können. "Dank an die Techniker. Die haben mir ein richtiges Gerät zusammengezimmert", lobte der Thüringer das Wachserteam.

Bundestrainer hochzufrieden mit dem Team

Auch Bundestrainer Hermann Weinbuch schwärmte gleichermaßen von seinen Aktiven und den Skitechnikern. "Wir hatten heute den um einen Tick besseren Ski als die Konkurrenz. Das war in diesem Winter auch schon andersherum", sagte Weinbuch. Mit dem starken Auftritt verblüfften die deutschen Kombinierer auch den Bundestrainer. "Dass sie alle am Ende des anstrengenden Winters noch so heiß sind, ist wohl auch auf das gute und leistungsfördernde Klima in der Mannschaft zurückzuführen", meinte Weinbuch.

Nach dem Rennen schloss auch Weltmeister Ackermann Freundschaft mit der extrem schweren Laufstrecke. "Ich musste richtig beißen. Man hätte die Strecke auch leichter machen können. Doch durch die hohen Anforderungen konnte man auch viel Boden gut machen", stellte der Mann aus der thüringischen Rhön zufrieden fest. Er habe sich mit der Laufleistung selbst überrascht. "Heute konnte ich am D-Zug nach vorn lange dranbleiben. Erst am Ende hat mich ein bisschen die Kraft verlassen", erzählte er.

Pech kostete den Sprint-WM-Dritten Björn Kircheisen den möglichen Sieg. Erst stürzte er im zweiten Sprung nach der drittbesten Weite des Tages auf 127,5 Meter, dann brach er sich den Stock beim Laufen. Gerade als vorn die Post abging, musste er drei Mal wechseln, ehe er einen passenden Stock gereicht bekam, und verlor nach gut zehn Kilometern den Anschluss zur Verfolgergruppe hinter Demong. "Ohne das Pech hätte 'Kirche' heute überhaupt nicht verlieren können", stellte Weinbuch fest. (tso/dpa)

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