Spaniens Spiel orientiert sich an dem des FC Barcelona

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Spaniens Taktik erklärt : Angreifen ohne Angreifer

Weil del Bosque Italien wieder ähnlich defensiv erwartete, entschied er sich für Fabregas, um dem Gegner keinen Fixpunkt im Angriff zu bieten, auf den er sich konzentrieren kann. Fabregas sollte sich meist im Mittelfeld aufhalten und hin und wieder nach vorne stoßen. In David Silva, Andres Iniesta und Xavi standen ihm Spieler zur Seite, die über eine ähnlich schmale Statur verfügen, sich durch ständige Positionswechsel aber kaum stellen lassen. Spieler, die sich am liebsten jenseits des traditionellen Positionendenkens bewegen. Silva etwa begann auf links, wechselte auf rechts und tauchte irgendwann in der Mitte auf. So wie vor dem Tor, als er Fabregas den Ball herrlich in den Lauf passte. Nach dem Spiel pustete Italiens Abwehrchef Daniele de Rossi: „Diese kleinen, ballfertigen Spieler sind unheimlich schwierig zu verteidigen. Das fordert ein hohes Maß an Schnelligkeit und Konzentration.“

Die vielen Passstafetten werden durch ständige Bewegung erst effektiv. Man kann den Ball zirkulieren lassen, gefährlich wird es aber nur, wenn die Spieler mitzirkulieren. Irgendwann öffnet sich dann eine Lücke. „Der Schlüssel ist, Geduld zu haben und den richtigen Moment zu erwischen, den entscheidenden Pass zu spielen“, sagte Sergio Busquets.

Spaniens Spiel orientiert sich an dem des FC Barcelona, nicht zuletzt, weil sieben Spieler der Katalanen im Aufgebot stehen. Aus Barcelona stammt auch die Idee, Fabregas mal im Mittelfeld und mal im Angriff auftauchen zu lassen. Besonders defensive Gegner wollte Josep Guardiola, bis vor Kurzem noch Barças Trainer, damit aus der Reserve locken. Fabregas sollte in ständiger Bewegung Platz schaffen, damit ein anderer, meist Lionel Messi, irgendwann freie Bahn zum Tor hatte. Guardiola gilt als Verfechter des Spiels ohne echten Mittelstürmer, er ist überzeugt, dass die Zukunft des Fußballs so aussehen wird.

Nicht zuletzt, weil durch viele ballsichere Mittelfeldspieler die Gefahr sinkt, vom Gegner überrascht zu werden. Wie sollen die anderen kontern, wenn sie nicht an den Ball kommen? Gegen Italien klappte das nicht immer. Trotzdem kann man Spaniens ständigen Ballbesitz auch als Taktik verstehen, die die Defensive stärkt. Catenaccio auf Spanisch. Catenaccio lautet die Bezeichnung für Italiens Defensivtaktik früherer Tage. Die hatte auch etwas Maschinenhaftes. Nur ohne Tiki-Taka und Positionswechsel.

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