• Spielertransfers sind eine Option: Bei Hertha BSC könnte es im Winter Veränderungen geben

Spielertransfers sind eine Option : Bei Hertha BSC könnte es im Winter Veränderungen geben

Einstige Schlüsselspieler der Berliner suchen noch nach ihrer Form. Michael Preetz könnte den Kader im Winter verändern.

Louis Richter
Schwere Zeit. Für Hertha BSC und Maxi Mittelstädt läuft es sportlich zurzeit schlecht.
Schwere Zeit. Für Hertha BSC und Maxi Mittelstädt läuft es sportlich zurzeit schlecht.Foto: dpa

Axel Kruse zeigte sich durchaus wissbegierig. Am Sonntag interviewte der einstige Profi von Hertha BSC bei der Mitgliederversammlung in der Messehalle 22 die beiden Geschäftsführer des Vereins, Ingo Schiller, zuständig für Finanzen, und Michael Preetz, zuständig für den Sport.

Kruse hakte bei unklaren Aussagen nach und begegnete den Verantwortlichen auch durchaus kritisch. Er habe das Gefühl, dass es der Mannschaft an Reife fehlen würde. Bei einigen Spielen hätte es gar so ausgesehen, als „hätten die Spieler ihre Brüder geschickt“. Viele der anwesenden Mitglieder bedachten Kruse dafür mehrfach mit Applaus.

Michael Preetz nahm die Fragen seines einstigen Mitspielers unbewegt zu Kenntnis. Dass die sportliche Misere auch ihn nervt, daraus machte Preetz jedoch keinen Hehl. Vielmehr versuchte er, Erklärungsansätze für die Inkonstanz Herthas anzugeben. Preetz sagte: „Wir haben einige Leistungsträger in der Mannschaft, die in dieser Saison noch nicht ihre Verfassung auf den Platz gebracht haben.“

Einige Herthaner laufen der Form der letzten Saison offensichtlich noch hinterher. Da ist zum einen Marko Grujic, der gegen RB Leipzig erstmals seit dem Beginn seiner Zeit bei Hertha 90 Minuten auf der Bank sitzen musste. „Er hat seine Momente in dieser Saison bislang nur im Angriff“, sagte Preetz über die Leihgabe vom FC Liverpool.

Der Serbe wirkt läuferisch derzeit träge, von der Dominanz, die Pal Dardai in der vergangen Saison dazu bewegte, Grujic als Herthas besten Mittelfeldspieler „seit 20 Jahren“ zu bezeichnen, ist nur wenig geblieben. Der aktuelle Formverlust sei auch für Preetz „schwer nachzuvollziehen“.

Transfers? Preetz hält sich Optionen offen

Ein weiteres Berliner Sorgenkind ist Ondrej Duda. Der Offensivspieler glänzte im vergangenen Jahr noch als torgefährlicher Spielmacher, unter Ante Covic hat er seinen Stammplatz längst verloren. Fünf der letzten sechs Bundesligaspiele erlebte Duda in voller Länge von der Bank aus. „Leider schafft es der Junge nicht, permanent die Trainingsleistungen auch im Wettkampf umzusetzen“, sagte Covic bereits im September über Duda.

Auch Stürmer Davie Selke sucht noch nach seiner Form, gegen Leipzig gelang ihm immerhin spät sein erstes Saisontor. Spielerisch findet der 24-Jährige aber kaum Zugang zum Spiel seiner Mannschaft. Auch die einstigen Stützen Marvin Plattenhardt und Salomon Kalou kommen in der laufenden Spielzeit zusammen auf nur acht Einsätze. Es scheinen derzeit zu viele Formtiefs für Herthas junge Mannschaft zu sein.

Darum ist es realistisch, dass der Kader der Berliner in der Winterpause verändert wird. Das frische Geld von Lars Windhorst macht es möglich, die sportliche Talfahrt es eventuell notwendig. Preetz sagte deshalb im Bezug auf Transfers: „Wir haben die Möglichkeiten und halten uns die Option offen, wenn es passt. Das gilt für die Zugangs- wie für die Abgangsseite.“

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