Sponsorenstreit in Dänemark : Kein Hummel auf dem Hemd

Ein Streit über Sponsorenverträge belastet den dänischen Fußball, die Nationalspieler streiken: Nun tritt ein B-Team zum Test in der Slowakei an. Ein Kommentar.

Nicht dabei in der Slowakei. Der dänische Nationalspieler Christian Eriksen.
Nicht dabei in der Slowakei. Der dänische Nationalspieler Christian Eriksen.Foto: Darren Staples/Reuters

Es gibt Sportnationen, da gehören das Nationalteam und der Sportausstatter einfach zusammen. Denn welche Marke fällt einem ein, denkt man an deutsche Sportler und Sportmode? Richtig, da sind immer irgendwo drei Streifen zu sehen. Bei den Dänen denkt man zuerst an Handball und an den Sportausstatter Hummel. Von ebenso einer gestochen scheinen aber derzeit der dänische Fußballverband DBU und sein Nationalkader: Seit einem Monat wird man sich nicht einig, ob der Vertrag mit dem Traditionsausstatter verlängert werden soll, denn der stellt bei einer Neuauflage des Ausstatterabkommens plötzlich mehr Bedingungen, die mit den individuellen Sponsorenverträgen der Spieler im Konflikt stehen, weil deren Ausstatter Hummels direkte Konkurrenten sind.

Zweit- und Drittligaspieler sollen spielen

Nun ist dieser Konflikt kein neuer, bei der dänischen Frauen-Nationalmannschaft führte ein ähnlicher Streit zur Absage eines Spiels. Genau dieser Umstand treibt die DBU jetzt zu Verzweiflungstaten: Nachdem die Nationalmannschaft inklusive Nationaltrainer am Sonntagabend, zwei Tage vor dem Freundschaftsspiel gegen die Slowakei, aus dem Trainingslager abreiste, telefoniert man jetzt die Zweit- und Drittligavereine ab. Einige Erstligaspieler hatten sogar freiwillig zugesagt, aufgrund möglicher Schikane der niedrigklassigeren Spieler war ihnen aber empfohlen worden, nicht zu spielen. Sollte Dänemark nicht spielen, droht eine Strafe vom europäischen Verband, der der Uefa.

Dänemark wird wohl mit einem B-Kader und Ersatztrainer in der Slowakei auflaufen. Von dem Grundsatz, dass eine Nationalmannschaft bestmöglich ihr Land repräsentieren soll, ist zwischen Geschacher um Geld und Fernsehpräsenz nicht mehr viel übrig geblieben. Vielleicht sollte man es so machen, wie es in der Leichtathletik noch bis in die Siebziger üblich war: Einfach abkleben, die Hummel. Dann gibt’s auch kein Gesummse mehr.

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