Sportinsignien auf Auktionsmärkten : Von der Wertsteigerung alter Turnschuhe

Sammlerstücke von LeBron James und Michael Jordan werden für wahnsinnige Summen versteigert, Sportinsignien haben Konjunktur. Da sollte man wohl mal in alten Kisten wühlen.

1,6 Millionen Euro wurde für eine alte Sammelkarte von LeBron James gezahlt.
1,6 Millionen Euro wurde für eine alte Sammelkarte von LeBron James gezahlt.Foto: Mark J. Terrill/AP/dpa

Der Sport ruht nicht mehr, aber vollständig zum Leben erwacht ist er noch längst nicht. Viele Sportbegeisterte blicken daher wehmütig zurück auf vergangene Zeiten, auf große Duelle und große Sportler. Vielleicht ist so der Wahnsinn zu erklären, der sich gerade auf verschiedenen Auktionsmärkten abspielt. Sportinsignien stehen hoch im Kurs. 

Vorbei sind die Zeiten, als etwa, wie vor acht Jahren geschehen, Fußballschuhe von HSV-Legende Uwe Seeler für 203 Euro über den Tisch gingen und man sich fragte, wie knauserig die Hamburger denn sein können, wenn sie nicht mehr Geld für die Treter des großen Uwe berappen wollen. Mehr Wertschätzung zeigte ein Käufer vor ein paar Wochen für die Basketball-Ikone Michael Jordan, als er dessen Schuhe für knapp 520.000 Euro ersteigerte. Ein stattlicher Preis. 

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Aber wer sehr vermögend ist und sehr viel auf einen der größten Sportler des 20. Jahrhunderts hält, der kann sein Geld für blödsinnigere Dinge ausgeben. Für vergoldete Steaks (Franck Ribéry) oder Toiletten (Frank Sinatra), für sündhaft teure Autos oder für Wirecard-Aktien. Die Möglichkeiten sind grenzenlos.

1,6 Millionen Euro - was soll Uwe Seeler dazu sagen?

Anders verhält es sich mit den jüngsten Nachrichten vom Sport-Auktionsmarkt: So ist am Montag eine seltene Sammelkarte des Basketballers LeBron James für umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro verkauft worden. Sie stammt aus der ersten NBA-Saison von James und wurde von ihm unterzeichnet. Setzt man den Preis ins Verhältnis etwa zu den Jordan-Schuhen, scheint er völlig überzogen. Und außerdem: Was soll erst Uwe Seeler bei diesen Zahlen sagen?

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Der Käufer, ein junger Unternehmer namens Leore Avidar, glaubt, dass das Geschäft mit Sammlerstücken in den nächsten Monaten Hochkonjunktur haben wird. Sollte es wirklich so kommen, wird Avidar die Karte schnell wieder verkaufen und sich nach etwas Neuem umsehen. Es böten sich derzeit mehrere Artikel aus dem Sport mit zunehmendem Seltenheitswert und dadurch bedingtem Wertsteigerungspotenzial an. Als da wären: Dauerkarten, Pyrotechnik oder Fan-Banner. Der eine oder andere sollte also vielleicht mal in den alten Kisten wühlen.

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