• Start der Olympia-Qualifikation in Berlin: Deutsche Volleyballer setzen auf Erfahrung und Heimvorteil

Start der Olympia-Qualifikation in Berlin : Deutsche Volleyballer setzen auf Erfahrung und Heimvorteil

Am Sonntag startet das deutsche Volleyball-Nationalteam gegen Tschechien in die Olympia-Quali. Für Kapitän Lukas Kampa sind alle Gegner schlagbar.

Hohe Ziele im Blick. Kapitän Lukas Kampa (l.) will mit den deutschen Volleyballern zu Olympia.
Hohe Ziele im Blick. Kapitän Lukas Kampa (l.) will mit den deutschen Volleyballern zu Olympia.Foto: Ronald Hoogendoorn/dpa

Kapitän Lukas Kampa macht vor dem Start des Qualifikationsturniers für Olympia 2020 erst gar keinen Hehl daraus, was er von seiner deutschen Volleyball-Nationalmannschaft erwartet. „Schaut man auf die Rahmenbedingungen und den Zustand der einzelnen Spieler, ist alles so vorbereitet, dass wir das Turnier gewinnen wollen und können“, sagt der 33-jährige Routinier. Was genau er damit meint, kann sein Team direkt zum Auftakt gegen Tschechien am Sonntag (19.30 Uhr, live auf Sport1) zeigen.

Nur der Turniersieger von Berlin ist im Sommer in Tokio dabei – deshalb darf sich das deutsche Team gerade gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner keinen Patzer erlauben. „Gegen Tschechien ist ein Sieg Pflicht. Rufen wir unser Niveau ab, sind wir stärker. Aber eigentlich ist jeden Tag ein Sieg Pflicht“, sagt Kampa. Am Montag und Dienstag warten dann mit Belgien und Vize-Europameister Slowenien andere Kaliber. „Letztlich sind das Mannschaften, die wir schlagen können, und dementsprechend als Gruppensieger ins Halbfinale einziehen können.“

Was ihn so sicher macht? Seit dem 26. Dezember feilt das deutsche Team von Bundestrainer Andrea Giani weiter an den Tugenden, die es bei der Europameisterschaft im Spätsommer 2019 so stark gemacht haben: der hohen Aufschlagqualität und einer starken Block-Abwehr. Einer, der nicht zur Letzteren beitragen wird, ist Mittelblocker Noah Baxpöhler. Er ist der letzte Spieler, den Trainer Giani am Samstag noch streichen musste. Nun steht der 14-Mann-Kader.

Fünf Nationalspieler waren schon 2012 bei Olympia dabei

Mit dabei ist auch Libero Markus Steuerwald, der erstmals seit Mai 2017 wieder das Nationaltrikot tragen wird. Er soll dem etatmäßigen Libero der BR Volleys, Julian Zenger, Konkurrenz machen. Für Kapitän Kampa ein großes Plus: „Es ist für das Training und den Wettkampf einfach wertvoll, zwei solche Liberos zu haben. Markus bringt die Erfahrung von drei Olympia-Qualifikationen mit, deswegen hilft er uns definitiv weiter.“

Mit Steuerwald, Star-Diagonalangreifer Georg Grozer, Marcus Böhme und Denis Kaliberda schaffte Kampa 2012 sogar schon einmal die Olympia-Qualifikation. Für sie alle könnte es die letzte Chance sein, noch einmal dabei zu sein. Deshalb nimmt er sich auch in die Pflicht. „Es wird wichtig sein, wie wir Erfahrenen auf dem Spielfeld vorangehen und das Team mitreißen. Da spielt keine Rolle, ob es unsere persönlich letzte Chance ist oder nicht“, sagt Kampa. „Für uns ist es ein Traum, den sich das gesamte Team gemeinsam erfüllen möchte.“ Dazu sei es wichtig, dass die Deutschen „mit einem Sieg starten und Selbstvertrauen tanken“, sagt Bundestrainer Andrea Giani, für den es die erste Olympia-Teilnahme wäre.

Ebenso wichtig sei auch, sich die Anspannung aus den Knochen zu spielen, weiß Lukas Kampa: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das erste Match genau dafür gut nutzen können.“ Ein große Hilfe kann der deutschen Mannschaft dabei die Kulisse sein, der große Vorteil der heimischen Max-Schmeling-Halle. Das betont auch Kampa, der hofft, dass das Team den Fans am Sonntag gegen Tschechien einen Vorgeschmack geben könne. Darauf, „was dann in den nächsten Tagen noch kommt“.

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