Streit wegen USA-Deal : In Spanien kracht es: Verband gegen LaLiga

Der Verband ist dagegen, dass Ligaspiele wie das des FC Barcelona gegen Girona in den USA ausgetragen werden. Doch La Liga hat gute Argumente.

Da lang. Geht es nach LaLiga, sollen Lionel Messi und Co. bald in den USA kicken.
Da lang. Geht es nach LaLiga, sollen Lionel Messi und Co. bald in den USA kicken.Foto: Josep Lago/AFP

Der Streit um die Austragung von Fußball-Spielen der Primera División in den USA hat sich in Spanien zugespitzt. Der spanische Verband RFEF stellte sich gegen die Pläne der Liga quer, das Duell zwischen dem FC Girona und Meister FC Barcelona am 26. Januar in Miami im US-Bundesstaat Florida austragen zu lassen.

Die Begegnung in den USA sei „nicht genehmigt“ worden, berichtete der Radiosender „Cadena Cope“ am späten Donnerstagabend unter Berufung auf einen Verbandssprecher. Die Chancen, dass das Spiel in Miami über die Bühne geht, lägen „bei 0,0 Prozent“, hieß es.

LaLiga-Präsident Javier Tebas bestätigte unterdessen am Freitag den Widerstand des Verbandes, versicherte aber, es handele sich um kein endgültiges Verbot. „Wir haben den ziemlich langen Brief (des Verbandes) studiert. Klar, die haben keine Lust (dass das Spiel in den USA stattfindet), sagen aber nicht Nein, sondern fordern mehr Informationen an“, sagte Tebas. Er sei „weiterhin Optimist“.

Erst vor einigen Wochen hatte LaLiga bekanntgegeben, dass man erstmals in der Geschichte der Primera División Spiele auch im Ausland austragen wolle. Ein entsprechender Vertrag mit 15-jähriger Laufzeit wurde den Angaben zufolge mit dem US-Unternehmen Relevent unterzeichnet. In der Anfangsphase soll demnach zunächst nur eine Begegnung pro Spielzeit in Nordamerika stattfinden.

Ein Fußballspiel im Hard Rock Stadium

Nach den Plänen der Liga soll Meister Barça mit seiner Startruppe um Nationaltorwart Marc-André ter Stegen und Lionel Messi gegen den FC Girona im American-Football-Stadion Hard Rock Stadium in Miami aufeinandertreffen. Dazu wurde am 11. September beim RFEF-Verband offiziell ein Antrag gestellt. „Hauptziel des Abkommens ist es, den Fußball in den USA und in Kanada zu fördern“, hatte LaLiga mitgeteilt.

Die spanische Spielergewerkschaft sprach sich energisch gegen diese Pläne aus und drohte sogar mit einem Streik. Nach Angaben des RFEF wird die Möglichkeit eines Ligaspiels in den USA auch vom Weltverband FIFA sowie vom europäischen Verband UEFA nicht gutgeheißen. Tebas entgegnete am Freitag: „Es überrascht mich, dass weiter von der FIFA die Rede ist. Sie kann eine Meinung dazu haben, aber im Reglement (des Weltverbandes) steht dazu nichts.“

Tebas wies auch darauf hin, dass bereits ein Spiel um den spanischen Supercup im Ausland stattgefunden habe, und zwar das diesjährige Duell Barcelona-Sevilla im marokkanischen Tanger. Er werde deshalb auf keinen Fall das Handtuch werfen, beteuerte der LaLiga-Boss. „Wir sind im Recht. Was wir vorhaben, das hat (Verbandsboss Luis) Rubiales im Supercup bereits gemacht.“ (dpa)

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