Südkoreas Sportminister : "Wir wollen den Behindertensport stärken"

Do Jong-hwan, 63, ist Minister für Kultur, Sport und Tourismus in Südkorea. Er beschreibt die Entwicklung des Behindertensport in dem Land.

Do Jong-hwan
Do Jong-hwan, 63, ist Minister für Kultur, Sport und Tourismus.
Do Jong-hwan, 63, ist Minister für Kultur, Sport und Tourismus.Foto: picture alliance / Yonhap

Die Paralympics 1988 in Seoul waren die ersten Paralympischen Spiele überhaupt, die in derselben Stadt und in denselben Wettkampfstätten wie die Olympischen Spiele stattfanden. Auch der Name „Paralympics“ für die Spiele wurde erstmals offiziell anerkannt. Damals wollten Behinderte in Korea ihr Handicap verstecken, und die Sichtweise der Bevölkerung auf behinderte Menschen war sehr eingeschränkt. Die Leidenschaft, die die paralympischen Athleten an den Tag legten, hat dies verändert.

Nach den Paralympics in Seoul haben viele Menschen mit Behinderung in Korea den Mut entwickelt, sich offen in der Gesellschaft zu zeigen. Während vor den Spielen die Zahl der registrierten Personen mit Behinderung bei etwa 90 000 Personen lag, stieg sie in den folgenden sechs Monaten auf 500 000 an. Auch die Einstellung von Behinderten in öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen hat sich etabliert, ein Sozialgesetz für behinderte Menschen wurde verabschiedet.

Ich denke, dass es die Bedeutung und Rolle des paralympischen Sports ist, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Andersartigkeit anerkennt und respektiert wird, in der Vielfalt akzeptiert wird und in der Behinderte und Nichtbehinderte zusammenleben und sich gegenseitig achten.

Durch die Ausrichtung der Paralympics sollte auch in diesem Jahr in Pyeongchang die Basis des Behindertensports weiter gestärkt und der Ausbau der Infrastruktur für den Behindertenbreitensport vorangetrieben werden. Die Sportanlagen können auch nach Ende der Spiele von den Nationalmannschaften und ihren Nachwuchssportlern genutzt werden. Ich denke, dass die Paralympics auch eine Rolle spielen können für die Stärkung des inklusiven Sports. Denn bei den Spielen konnte eine breite Öffentlichkeit die Attraktivität des Sports erleben.

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Der Name des diesjährigen Austragungsorts spielt auch eine Rolle. Denn er setzt sich aus den Wörtern Frieden (Pyeong) und Wohlstand (Chang) zusammen. Ich gehe davon aus, dass die Winterspiele für positive Veränderungen in unserer Gesellschaft sorgen, indem mehr Menschen Wintersport betreiben und die Botschaft von Harmonie, gegenseitigem Respekt und Verständnis übermittelt wird. Auch hoffe ich, dass sie, wie der Name „Pyeongchang“ besagt, als Spiele des Friedens und Wohlstands Korea in der Welt bekannt machen.

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