Tabellenkeller in der Bundesliga : Geballte Prominenz am Abgrund

Die Teams auf den letzten drei Plätzen können auf über 150 Jahre Erstligazugehörigkeit verweisen. Ein Abstieg dieser Schwergewichte wäre sehr schade. Ein Kommentar.

Sebastian Schlichting
Milos Jojic (l.) und Bremens Zlatko Junuzovic schenken sich nichts. Aber am Ende stand ein torloses Unentschieden, das keinem Team richtig hilft.
Milos Jojic (l.) und Bremens Zlatko Junuzovic schenken sich nichts. Aber am Ende stand ein torloses Unentschieden, das keinem Team...Foto: Marius Becker/dpa

Wieder nichts. Wieder kein Sieg für den 1. FC Köln oder Werder Bremen. Bei beiden steht nach dem torlosen Unentschieden im direkten Duell nach neun Begegnungen unbarmherzig die Null in der Spalte „Siege“. Angesichts der Chancen, die es in der Endphase gab, stellt sich die Frage, gegen wen sie eigentlich in dieser Saison gewinnen wollen. Köln ist Letzter, Bremen Vorletzter, dazu gesellt sich – quasi mit einem Dauer-Abo auf den Tabellenkeller – der Hamburger SV.

Die Teams auf den drei prekärsten Plätzen des Klassements vereinen neun Bundesliga-Meistertitel auf sich. Geballte Fußball-Prominenz ganz unten. Nur eine vorübergehende Verwerfung in der Tabelle? Wohl kaum. Zum einen hat die Tabelle nach über einem Viertel der Saison eine gewisse Aussagekraft. Zum anderen wirkt keiner der Klubs so, als würde der große Zwischenspurt Richtung freundlichere Regionen unmittelbar bevorstehen. Der HSV hat das letzte Mal Ende August gewonnen und nur in einem der vergangenen sieben Spiele überhaupt Tore erzielt. Werder ist seit vier Spielen ohne Torerfolg, Köln hat in der gesamten Saison erst drei Treffer zustande gebracht.

Noch vor kurzer Zeit auf einem guten Weg

Dass Vereine mit viel Tradition unten drinhängen oder sogar absteigen – wie zuletzt der VfB Stuttgart 2016 – ist nicht neu. Aber die extreme Ballung der Schwergewichte ist bemerkenswert. Zumal Werder und Köln vergangene Saison auf einem gutem bis sehr gutem Wege zu sein schienen. Und der HSV war im Sommer, vielleicht erinnert sich jemand, mit zwei Siegen gestartet.

Es ist noch Zeit, aber im heftigsten Fall verschwinden im Frühjahr auf einen Schlag über 150 Jahre Bundesligazugehörigkeit in der Zweitklassigkeit. Das wäre nach 34 Spielen (oder zwei mehr in der Relegation) in erster Linie selbst verbockt. Aber schade für den deutschen Fußball wäre es auf alle Fälle.

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