Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Die viertbeste Abwehr der Bundesliga hat – der Hamburger SV. Beim zwischenzeitlichen Sturz ans Tabellenende war die Defensive nie das größte Problem beim HSV, es haperte im Mittelfeld, beim Herausspielen und Verwandeln von Torchancen. Der alte Trainer Thomas Doll hat deshalb fast durchweg an seinem System mit der Raute festgehalten, weil Rafael van der Vaart hinter zwei Stürmern die Angriffe initiieren und gleichzeitig im Mittelfeld arbeiten sollte. Das macht der kämpfende Kapitän auch unter Huub Stevens, jetzt ist er aber vorderster Mittelfeldspieler und zugleich auch noch hinterster Stürmer.

Dieses System mit einer Viererreihe hinter Rafael van der Vaart soll mehr Stabilität ins verunsicherte Hamburger Mittelfeld bringen, vorne hat der torgefährliche Niederländer nun einen Stürmer weniger als Anspielstation und muss mehr auf eigene Faust versuchen. Das sieht so aus, als sei es leicht ausrechenbar – und das ist es eigentlich auch. Doch dank Rafael van der Vaarts Klasse funktionierte es in den letzten Spielen trotzdem gut.

Schon früher bei Ajax Amsterdam hat van der Vaart gelegentlich im Angriff gespielt, die Position als Mittelfeldstürmer beim HSV erfordert nun all seine Qualitäten als Vorbereiter und Torschütze zugleich. Van der Vaart gewinnt viele Zweikämpfe, er hält den Ball, bis die Außenspieler nachgerückt sind und bietet sich gleich wieder im Angriffszentrum an. Er füllt also alleine zwei Positionen komplett aus. So können sich die Mittelfeldspieler intensiver darauf konzentrieren, die alte HSV-Krise aus ihren Beinen zu spielen.

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