Thomas Häßler mittendrin : Heftiger Streit um Trainingszeiten beim BFC Preussen

Die erste Fußball-Herrenmannschaft des BFC Preussen trainiert zu Zeiten, die Jugendteams vorbehalten sind. Nun erwägen Trainer ihren Rückzug.

Mit ihm kam die Unruhe. Thomas Häßlers erste Herren wollen eine andere Trainingszeit.
Mit ihm kam die Unruhe. Thomas Häßlers erste Herren wollen eine andere Trainingszeit.Foto: Paul Zinken/dpa

Seit Monaten schwelt bei den Fußballern des BFC Preussen ein Streit um die Trainingszeiten – nach einer Krisensitzung am Freitag droht er zu eskalieren. Im Mittelpunkt steht auch Thomas Häßler, der Weltmeister von 1990, jetzt Trainer der ersten Herrenmannschaft, die in der Landesliga um den Aufstieg kämpft.

Die Jugendabteilung beklagt, dass ihr wichtige Trainingszeiten von den Herren weggenommen würden. Die Situation hat sich so zugespitzt, dass Trainer von Jugendmannschaft drohen, ihre Ämter zeitnah niederzulegen.. Das geht aus einer schriftlichen Mitteilung der Abteilung Jugendfußball an „Eltern und Spieler“ des BSC Preussen hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt. Doch was ist eigentlich passiert?

Seit Jahren ist die Trainingszeit zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr für die Jugendmannschaften ausgewiesen. Ab 20 Uhr sollen die Männer trainieren. Doch seit Jahren beharren die Männer auf den Zeiten von 18.30 bis 20 Uhr. Auch die aktuelle ersten Herrenmannschaft trainiert drei mal pro Woche in diesem Zeitfenster. Am Mittwoch allerdings auf einem eingeschränkten Platz auf Kunstrasen.

[In einer früheren Version dieses Textes stand, dass die 1. Herrenmannschaft von 20 Uhr bis 21.30 trainiere. Das ist falsch, die Trainingszeiten legen zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr bzw. 18.30 Uhr und 20.30 Uhr. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.]

Und genau an diesem Mittwoch möchte das Häßler-Team jetzt das ganze Kunstrasen-Feld und würde damit eine weitere Jugendmannschaft verdrängen. Die Fußball-Abteilungsleitung hatte diesen ganzen Platz schriftlich eingefordert, die Jugendleitung zu entsprechenden Planungen aufgefordert und auf die ersten Mannschaft als Aushängeschild verwiesen. „Beim BFC Preußen war es schon immer so, dass die Herren von 18.30 Uhr bis 20 Uhr trainiert haben“, sagt Alfred Stolzenberg, Abteilungsleiter Fußball beim BFC. Ohne bessere Trainingsmöglichkeiten sei der angepeilte Aufstieg in Gefahr.

In dem aktuellen Brief an die „Eltern und Spieler“ steht nun, dass sowohl Häßler als auch ein Teil der Spieler der ersten Mannschaft aufhören würden, wenn die Jugendleitung nicht einlenke. Dass die erste Mannschaft am Dienstag nur einen halben Platz habe, sei auch für Häßler in Ordnung, da dieser da ohnehin nur Regenerationstraining plane, berichtet Stolzenberg. Neben dem Mittwoch brauche die Mannschaft aber auch am Freitag beim Abschlusstraining den ganzen Platz.

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Das brachte das Fass nun offenbar zum Überlaufen. Am Dienstag wollen Jugendleiter, Trainer und Betreuer der Jugendabteilung letztmalig beim Präsidium vorstellig werden und die Jugendzeiten einfordern. Abteilungsleiter Fußball Stolzenberg ist zwar „optimistisch, dass wir uns auf einen Kompromiss einigen“. Sollte es aber erneut keine Lösung geben, wollen Trainer, Teams und Eltern am Mittwoch gemeinsam auf dem Trainingsplatz protestieren – und anschließend womöglich, als mutmaßlich letzten Schritt, vorläufig kapitulieren.

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