• Todesurteil vollstreckt: Trotz scharfer Proteste ist der Ringer Navid Afkari im Iran getötet worden

Todesurteil vollstreckt : Trotz scharfer Proteste ist der Ringer Navid Afkari im Iran getötet worden

Das Todesurteil gegen den Ringer Navid Afkari hatte eine internationale Solidaritätswelle ausgelöst. An diesem Samstag aber wurde es dennoch vollzogen.

Es hat nichts genützt: IOC-Präsident Thomas Bach hatte davon gesprochen, sich dem Athleten Afkari „nahe“ zu fühlen
Es hat nichts genützt: IOC-Präsident Thomas Bach hatte davon gesprochen, sich dem Athleten Afkari „nahe“ zu fühlenFoto: imago/JuNiArt

Das Todesurteil gegen den iranischen Ringer Navid Afkari ist am Samstag vollstreckt worden. Der 27-jährige wurde im Gefängnis Adel-Abad in der südiranischen Stadt Schiras hingerichtet, sagte der Leiter der Justizbehörde der Fars Provinz, Kasem Mussawi, dem staatlichen Fernsehen. Nachdem das Urteil auch vom obersten Gerichtshof bestätigt wurde, fand die Hinrichtung in Anwesenheit der Opferfamilie statt, so Mussawi.

Die iranische Justiz hatte Mittwoch die Kritik im eigenen Land und dem Ausland am Todesurteil gegen Afkari zurückgewiesen. „Viele mischen sich einfach in Angelegenheiten ein, von denen sie weder genaue Informationen haben noch die notwendige juristische Kompetenz besitzen“, sagte Justizsprecher Gholam-Hussein Ismaili.

Afkari habe einen unschuldigen Menschen ermordet und das Urteil gegen ihn im Iran laute nicht Todesstrafe, sondern „Ghissas“, so der Sprecher. „Ghissas“ ist im islamischen Recht das Prinzip der Vergeltung, Blutrache oder Auge um Auge, worüber die Familie der Opfer entscheiden können.

Aus Protest gegen das Todesurteil hatte es zuvor eine internationale Solidaritätswelle mit Afkari gegeben. IOC-Präsident Thomas Bach hatte davon gesprochen, sich dem Athleten Afkari „nahe“ zu fühlen. Man sei „überaus besorgt“.

Afkari hatte nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in der südiranischen Stadt Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Er habe die Tat gestanden, hieß es. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen führten dagegen an, das Geständnis sei durch Folter erzwungen worden. (dpa)

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