Trotz Verletzungen : Wasserspringer hoffen bei EM auf Patrick Hausding

Rekordeuropameister Patrick Hausding setzt bei der EM in Glasgow auf seine Routine. Etwas anderes bleibt dem Berliner auch kaum übrig.

Patrick Hausding war in dieser Saison oft verletzt. Zur EM reist er deshalb nicht in Bestform.
Patrick Hausding war in dieser Saison oft verletzt. Zur EM reist er deshalb nicht in Bestform.Foto: dpa

Die größten Hoffnungen ruhen auf dem „Kämpfer“. Rekordeuropameister Patrick Hausding will nach dem Überraschungs-Silber von Maria Kurjo und Lou Massenberg in Edinburgh die nächsten Medaillen für die deutschen Wasserspringer holen. „Er ist unser großer Leistungsträger“, sagt Bundestrainer Lutz Buschkow vor Hausdings erstem Start im Kunstspringen vom Ein-Meter-Brett. Am Montag profitierten die 28-jährige Kurjo und der elf Jahre jüngere Massenberg im Mixed-Team-Event von den Fehlern der Konkurrenz und belegten mit 352,60 Punkten Rang zwei hinter der Ukraine und vor Russland.

Schon am Dienstag könnte Hausding im Royal Commonwealth Pool nachlegen. Die Voraussetzungen vor der elften EM-Teilnahme des 29-Jährigen sind allerdings schwierig. Hausdings langjähriger Synchronpartner vom Drei-Meter-Brett, Stephan Feck, fällt verletzungsbedingt aus, sein erfolgreicher Turm-Kompagnon Sascha Klein hat seine Karriere nach der WM 2017 beendet. Und Hausding selbst? Der hat ebenfalls - einmal mehr - mit Verletzungen zu tun.

Wegen einer Oberschenkelzerrung konnte der Sportsoldat in Schottland bislang nur sehr eingeschränkt trainieren. „Natürlich will ich um die Medaillen mitspringen hier bei der EM“, sagt er. „Aber es wird schwer mit dem Trainingsrückstand. Vielleicht kann ich mit meiner Erfahrung etwas kompensieren.“

In diesem Jahr hat Hausding kaum Wettkämpfe bestritten

Ein Start im gemischten Team kam für den Berliner noch zu früh. Auch Buschkow hofft, dass die Verletzungen seinen Top-Athleten bei den anschließenden Wettkämpfen der European Championships nicht zu sehr beeinträchtigen. „Er ist ein Kämpfer“, sagt der Bundestrainer.

Ein Kämpfer, der in diesem Jahr vor allem Nehmerqualitäten braucht: Hausding war vor seiner Zerrung gerade erst aus einer schwierigen Verletzungszeit gekommen, hatte lange mit Knieproblemen zu tun. In diesem Jahr musste er viele Wettkämpfe auslassen. Auch Buschkow setzt auf den Faktor Erfahrung. Vom nicht-olympischen Einer und vom Drei-Meter-Brett, von dem er 2016 Olympia-Bronze holte, hat Hausding Chancen. Zumindest, wenn er fit ist.

Wegen Fecks Rückenproblemen geht er im Synchronspringen vom Dreier mit Lars Rüdiger an den Start. „Sie haben zusammen geübt und werden ihr Bestes geben“, sagt Buschkow diplomatisch. Er weiß jedoch auch: Hausding und Rüdiger fehlt die gemeinsame Erfahrung.

Zudem haben es die Gegner in sich. „Gerade in den Männerdisziplinen ist die Konkurrenz so stark, dass die Europameisterschaften wie kleine Weltmeisterschaften sind“, sagt Buschkow.

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Martin Wolfram, der 2015 Europameister vom Turm wurde, steht dem Bundestrainer verletzungsbedingt auch nicht zur Verfügung. Jammern will Buschkow trotzdem nicht. „Wir haben ein paar Eisen im Feuer“, sagt er. Neben Hausding meint er damit vor allem die Kunstspringerin Tina Punzel, der er alleine aber auch im Mixed-Synchronspringen vom Dreier mit Massenberg Chancen einräumt. (dpa)

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