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Trubel beim 1. FC Kaiserslautern : Gerry Ehrmann wehrt sich gegen Rausschmiss

Torwart-Legende Gerry Ehrmann leitet nach seinem Aus beim 1. FC Kaiserslautern juristische Schritte ein. Die Fans protestieren mit einer Online-Petition.

Ein Bild aus seiner aktiven Zeit: Torwart Gerry Ehrmann beim Abwurf.
Ein Bild aus seiner aktiven Zeit: Torwart Gerry Ehrmann beim Abwurf.Foto: imago images/Alfred Harder

Der ehemalige Bundesliga-Torwart Gerry Ehrmann will sich juristisch gegen seine Freistellung beim 1. FC Kaiserslautern wehren. „Das lasse ich mir nicht gefallen. Jetzt ist das eine Sache für die Anwälte“, sagte der 61-Jährige bei „Sport1“ und betonte: „Ich habe niemanden beleidigt und auch nicht die Arbeit verweigert. Das ist erfunden und erlogen. Das ist eine absolute Frechheit, was in der Pressemitteilung steht.“

Der Fußball-Drittligist hatte die Trennung von Ehrmann unter anderem mit Drohungen des beliebten Torwartcoaches gegenüber dem Trainerteam begründet. In den vergangenen drei Tagen sei es „mehrfach durch Gerry Ehrmann zu massiven, substanziellen Beleidigungen, Arbeitsverweigerungen und Drohungen gegenüber dem Trainerteam gekommen“, teilte der Traditionsclub am Montagabend mit.

Die Fans protestierten vehement gegen den Rauswurf des beliebten Torwarttrainers Gerry Ehrmann. In einer Online-Petition mit dem Titel „Gerry Ehrmann bleibt beim FCK“ unterschrieben bis am Montagvormittag über 1600 Personen. Weiter heißt es da: „Unsere Legende entlässt niemand – er ist der FCK!“

Zudem wird der Fußball-Drittligist massiv in den sozialen Netzwerken kritisiert. „Ohne Gerry kein FCK!!! Schommers raus! Schämt euch!“ – ein Plakat mit diesen Worten hing zudem vor der Geschäftsstelle des krisengeplagten Traditionsklubs auf dem Betzenberg.

[Lesen Sie auch unser Interview mit FCK-Legende Mario Basler aus dem September 2019.]

Der Keeper stand zwischen 1984 und 1998 beim FCK zwischen den Pfosten und verhalf später Torhütern wie Kevin Trapp, Tim Wiese und Roman Weidenfeller zu einer Bundesliga- beziehungsweise Nationalmannschafts-Karriere. Angeblich hatte sich der 61-Jährige mit Trainer Boris Schommers überworfen.

„Außer Ehrmann könnt ihr alle gehen“

„Das ist ein rein persönliches Ding zwischen ihm und mir. Wenn es nicht mehr geht, dann geht es eben nicht mehr“, sagte Ehrmann der „Rheinpfalz“. „Es wird jetzt hier keine dreckige Wäsche gewaschen. Es geht ja nicht um mich, sondern den Verein.“ Beleidigt habe er niemanden: „Das ist weit davon entfernt.“

„Der Verein sah sich nach einer Reihe von internen Vorkommnissen, die eine zielgerichtete und teamorientierte Zusammenarbeit zum Wohle des Vereins nicht mehr möglich machen, zu diesem Schritt gezwungen“, erklärte der FCK. Ehrmann ist seit 1996 Torwarttrainer in Lautern und absoluter Publikumsliebling. In Krisenzeiten skandieren die Fans regelmäßig: „Außer Ehrmann könnt ihr alle gehen.“ (dpa)

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