• Uli Hoeneß bleibt nur noch die Flucht: Bayerns Basketballer scheitern in den Playoffs

Uli Hoeneß bleibt nur noch die Flucht : Bayerns Basketballer scheitern in den Playoffs

Bayerns Basketballer dominieren seit Jahren die Liga. Doch die Riesen Ludwigsburg sind plötzlich zu gut für sie - was Uli Hoeneß gar nicht gefällt.

Hoch geflogen, tief gestürzt: Für Bayerns Basketballer war dieses Jahr früh Schluss in den Playoffs.
Hoch geflogen, tief gestürzt: Für Bayerns Basketballer war dieses Jahr früh Schluss in den Playoffs.Foto: dpa

Tribünengast Uli Hoeneß war sichtlich bedient und verließ fluchtartig den Audi Dome. Als großer Favorit sind die Basketballer des FC Bayern beim Heim-Meisterturnier kläglich gescheitert und erstmals seit 2012 bereits im Playoff-Viertelfinale ausgeschieden. Die Münchner gewannen zwar in einem Nervenkrimi am Freitag das Rückspiel gegen die Riesen Ludwigsburg mit 74:73 (45:36), schieden damit aber nach Addition der Ergebnisse aus. Das erste Duell hatte der Außenseiter mit 87:83 gewonnen.

Damit verbuchte der Meister der vergangenen beiden Jahre sein schlechtestes Bundesliga-Abschneiden seit der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg. Vor den Augen von Ehrenpräsident Hoeneß reichten 16 Punkte von Nationalspieler Paul Zipser nicht zum Weiterkommen, bei Ludwigsburg trumpfte Marcos Knight mit 20 Zählern auf.

„Heute ist gegen einen starken Gegner eine super Leistung zu sehen, die Spieler hauen sich voll rein“, sagte Hoeneß noch in der Halbzeit bei Magentasport. „Ich habe das Gefühl, sie wollen das Halbfinale unbedingt erreichen.“ Doch es kam anders - die Münchner gaben einen zwischenzeitlichen Zwölf-Punkte-Vorsprung aus der Hand.

Nach dem ersten Korberfolg von Danilo Barthel applaudierte der stellvertretende Aufsichtsratschef auf der fast leeren Tribüne mit hochgerissenen Armen. Der Druck war greifbar, immer wieder brüllte Geschäftsführer Marko Pesic durch seine Maske lautstark Richtung Parkett. Ludwigsburg startete selbstbewusst, nutzte wie schon im Hinspiel immer wieder die Münchner Schwäche beim defensiven Rebound und erarbeitete sich zweite Chancen.

Ludwigsburg wirkt zunächst angeschlagen

Doch die Bayern zeigten sich unbeeindruckt. Bei der 10:9-Führung durch einen Dreier von Vladimir Lucic sprangen Hoeneß und Pesic im Synchronjubel auf. Das Team von Trainer Oliver Kostic traf seinen Dreipunktewurf solide, lag nach dem ersten Viertel mit 23:18 vorne - dies hätte zum Weiterkommen gereicht.

Ludwigsburg wirkte zunächst sichtbar angeschlagen, traf kaum aus der Distanz. Bayern-Nationalspieler Paul Zipser zeigte hingegen eine deutliche Steigerung, dunkte krachend über Thomas Wimbush II, musste aber mit Foulproblemen früh auf die Bank. Auf elf Punkte Vorsprung zogen die Münchner davon, nutzten die Schwächephase des Gegners aber nicht konsequent.

[Behalten Sie den Überblick: Jeden Morgen ab 6 Uhr berichten Chefredakteur Lorenz Maroldt und sein Team im Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint über die aktuellsten Entwicklungen rund um das Coronavirus. Jetzt kostenlos anmelden: checkpoint.tagesspiegel.de.

Angeführt vom quirligen und kampfstarken US-Guard Knight blieb Ludwigsburg aber dran und hielt die Partie offen. Auch nach der Halbzeitpause blieben die Münchner zwar dominant, konnten sich aber nicht entscheidend absetzen. Mit der Schlusssirene des dritten Viertels traf Riesen-Aufbauspieler Jaleen Smith zum 52:56.

Und plötzlich sah es wieder nach dem großen Einbruch der Münchner aus, Ludwigsburg ging sogar in Führung, doch Bayern schlug zuerst zurück. 3,8 Sekunden vor Schluss leisteten sich die Münchner jedoch den verhängnisvollen Ballverlust, den Ludwigsburg zum Weiterkommen nutzte. (dpa)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!