• Umbenennung des Football-Teams: „Redskins“ ist genauso rassistisch wie das N-Wort für Schwarze

Umbenennung des Football-Teams : „Redskins“ ist genauso rassistisch wie das N-Wort für Schwarze

Die Marke Redskins war so etabliert, dass sich die Entscheider nicht an eine Namensänderung herantrauten. Endlich hat sich das geändert. Ein Kommentar.

Der Name der Washington Redskins soll geändert werden.
Der Name der Washington Redskins soll geändert werden.Foto: dpa

Sag niemals nie. Das Motto ist so alt wie richtig. "Wir werden den Namen niemals ändern. So einfach ist das", sagte Dan Snyder vor ein paar Jahren. Aber der schwerreiche Unternehmer und Besitzer des Football-Teams namens Washington Redskins muss nun erfahren, dass das doch nicht so leicht ist. Die Redskins, zu Deutsch: Rothäute, sind Geschichte. Noch am Montag teilte der Klub mit, „dass wir den Namen und das Logo der Redskins zurückziehen werden“. Ein neuer Name steht noch nicht fest.

Es war eine schwere Geburt, bis der unsägliche Name einer der bekanntesten Marken im US-Sport gestrichen wurde. Falls sich beim Lesen dieser Zeilen jemand bei dem Gedanken ertappt, hierbei handele es sich um übertriebene Political Correctness – das ist falsch. Der Begriff Redskins war in den USA von Beginn an negativ konnotiert. Er ist eine mindestens genauso abfällige und beleidigende Bezeichnung für die nordamerikanischen Ureinwohner wie das N-Wort für Schwarze.

Nicht an die Namensgebung herangetraut

Jahrzehntelang wiesen unterschiedliche Vertretungen, Gruppen und Politiker wie der ehemalige US-Präsident Barack Obama auf den rassistischen Namen des Football-Klubs hin. Aber der Brand, die Marke Redskins, war weltweit derart etabliert, dass sich die Entscheider wie Klubeigner Dan Snyder und vermutlich auch die Sponsoren nicht an die Namensänderung herantrauten.

Doch Sponsoren sind aus Eigeninteresse feinfühlige Seismographen gesellschaftlicher Schwingungen. Im Zuge der "Black Lives Matter"-Bewegung ist die US-amerikanische Gesellschaft zunehmend sensibilisiert für das Thema Rassismus. Der Wind hat sich gedreht, und kaum ein großes Unternehmen will sich nur in die Nähe der Rechten stellen.

Deswegen reagierten nun auch die Sponsoren der formerly known as Redskins: Der Sportartikelhersteller Nike und das Kurier- und Logistikunternehmen Fedex forderten den Klub auf, den Namen zu ändern. Ursächlich für die Umbenennung war daher der gesellschaftliche Druck, der auf den Sponsoren lastete. Ginge es nach den Betonköpfen wie dem Besitzer Snyder oder dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, hieße der Klub wohl bis in alle Ewigkeiten Redskins.

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