Sport : Verlieren – was ist das?

Leon Andreasen unterliegt erstmals seit einem Jahr

Daniel Meuren

Mainz - Leon Andreasen sah man die Freude am Spiel in Bremen an. Schon vor dem Anpfiff hatte der Däne, der mindestens bis zum Saisonende als Leihgabe der Bremer für Mainz 05 tätig ist, mit seinem Landsmann und Freund Daniel Jensen gescherzt. In der Halbzeitpause neckte der 23-Jährige dann Werder-Stürmer Miroslav Klose. Bei so viel Wiedersehensfreude ließ sich Andreasen seine Laune selbst durch die 0:2-Niederlage nicht verderben, mit der eine erstaunliche Serie zu Ende ging: Ein Jahr lang hatte er nicht mehr verloren. Immerhin 18-mal trat er in dieser Zeit für Werder Bremen und Mainz 05 gegen den Ball, bei den Niederlagen seiner Teams in dieser Zeit war er selbstnicht auf dem Feld. Nun erwischte es ihn gerade bei seinem regulären Arbeitgeber. „Jetzt weiß ich wenigstens wieder, wie sich eine Niederlage anfühlt“, sagt Andreasen.

Dass die Mainzer so wundersam zurückgekommen sind, haben sie auch Andreasen zu verdanken, da stört eine Niederlage beim Verfolger des Tabellenführers nicht ganz so viel. „Wir haben unser Bestes gegeben, müssen aber auch die Bremer Stärke anerkennen“, sagt Andreasen. Mit diesen Worten, nur im Singular könnte Andreasen auch die sportliche Situation beschreiben, die ihn vor zweieinhalb Monaten nach Mainz trieb. Andreasen hatte seit seinem Wechsel aus Dänemark nach Bremen 2005 sicher sein Bestes gegeben, die Stärke des Werder-Kaders musste er aber in dieser Zeit meist von der Ersatzbank aus anerkennen. Das soll sich nach Vorstellungen von Bremens Manager Klaus Allofs bald ändern. „Andreasen bekommen wir nach der Ausleihe umso stärker wieder zurück“, sagt er.

Fraglich ist nur, ob der Däne so schnell an die Weser zurückkehrt, wie sich Allofs das wünscht. Mainz 05 hat im Fall des Klassenerhalts die Option auf eine Verlängerung des Leihgeschäfts, sofern der 23-Jährige am Rhein bleiben will. Dort erlebt Andreasen unter Jürgen Klopp immerhin einen zweiten fußballerischen Anfang. Während er in Bremen nur Ersatz für das übermächtige Innenverteidigerduo Naldo und Per Mertesacker war, entdeckte der Mainzer Trainer Andreasens Begabung zum Mittelfeldallrounder. „Er ist viel zu aktiv für einen reinen Innenverteidiger“, sagt Jürgen Klopp.

Angesichts solcher Anerkennung ist es wahrscheinlich, dass der Däne auch im nächsten Jahr noch für Mainz spielt. Außerdem kann er sich jetzt Hoffnungen auf Einsätze in der dänischen Nationalmannschaft machen – beim EM-Qualifikationsspiel am Samstag in Spanien oder spätestens vier Tage später beim Testspiel gegen Deutschland.

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