• Vertragsverhandlungen stocken: Der FC Bayern steckt wegen Manuel Neuer in der Zwickmühle

Vertragsverhandlungen stocken : Der FC Bayern steckt wegen Manuel Neuer in der Zwickmühle

Bis 2025 möchte Manuel Neuer gern weiterspielen – am liebsten beim FC Bayern. Aber die Münchner zögern. Das passt nicht allen im Klub.

Manuel Neuer ist derzeit angeblich sauer auf seinen Arbeitgeber. Aber noch ist die Tür für eine Einigung nicht ganz zu.
Manuel Neuer ist derzeit angeblich sauer auf seinen Arbeitgeber. Aber noch ist die Tür für eine Einigung nicht ganz zu.Foto: AFP

Manuel Neuer ist verstimmt. Der Nationaltorhüter würde seine Karriere gern bei den Bayern beenden. Bis 2025 möchte der 34-Jährige weiter in München spielen, das wären immerhin noch fünf volle Saisons.

Auch der deutsche Rekordmeister kann sich eine weitere Zusammenarbeit mit Neuer vorstellen, allerdings „nur“ bis 2023. Schließlich haben die Bayern mit Alexander Nübel schon ihre Nummer eins der Zukunft verpflichtet. Der Noch-Schalker wechselt im Sommer nach München.

Bayern-Führungsspieler stellen sich auf Neuers Seite

Zwei, die eigentlich wollen, aber nicht können – das sorgt auch intern für Diskussionen. Wie die „Bild“ berichtet, sollen sich einige Führungsspieler auf die Seite von Neuer gestellt haben. Schließlich sei es für das Klima im Team wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Gute Stimmung bedeutet eben auch gute Aussichten auf Titel. Weil die Vertragsparteien aber derzeit weit auseinander liegen, gibt es eine gewisse Unruhe in der Bayern-Kabine.

Der „Kicker“ schrieb vor ein paar Tagen, dass sich der Poker zwischen Spieler und Verein noch monatelang hinziehen könne – genau davor haben Neuers Kollegen offenbar Angst. Viele wünschen sich nach der Verlängerung mit Thomas Müller auch eine zeitnahe Einigung bei Manuel Neuer, dessen aktueller Vertrag noch bis Sommer 2021 läuft. Doch auch weil Neuer ein Jahresgehalt von 20 Millionen Euro fordern soll, ist das derzeit nicht realistisch. Und so hängt der Haussegen mal wieder ein wenig schief beim FC Bayern.

Dass die Bayern in Zeiten der Coronavirus-Krise keine gigantischen Summen für einen Spieler auf der Zielgeraden seiner Karriere zahlen wollen, ist nachvollziehbar. Wobei dahinter sicherlich auch das Kalkül steckt, dass Neuer anderswo aus eben diesen Gründen wohl auch nichts Unterschriftreifes angeboten bekommen dürfte.

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Andererseits gibt es weltweit immer noch kaum einen angeseheneren Torhüter als Manuel Neuer und Klasse kostet im Profifußball nun einmal Geld. Ob Neuer gut beraten ist, auf seinen Gehaltsforderungen zu beharren – auch angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rezession in fast allen Branchen – ist eine andere Frage. Auf die eine oder andere Million mehr wird es für ihn nicht mehr ankommen.

Weil das so ist, dürfte die Laufzeit des neuen Vertrages das entscheidende Kriterium bei den weiteren Verhandlungen sein. Hier aber stecken die Bayern in der Zwickmühle. Auch weil sie Nübel eine gewisse Anzahl von Einsätzen in Aussicht gestellt haben sollen. Dass Neuer das nicht gefallen kann, ist nachvollziehbar.

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Letztlich müssen sich beide Seiten bewegen. Und wenn Spieler und Verein wirklich zueinander finden wollen, dürften sie das auch schaffen. 2024 ist Neuer 38, die EM im eigenen Land wäre womöglich auch ein toller Karriere-Abschluss.

Schließlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist. Vielleicht können die Bayern ja sogar ein bisschen Gehalt einsparen, in dem sie Alexander Nübel das eine oder andere Jahr verleihen. Das wäre dann wahrscheinlich auch im Sinne der aktuellen Bayern-Spieler, die sich um die gute Laune sorgen. (Tsp)

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