• Vertragsverlängerung für Münchner Trainer?: Der FC Bayern braucht eine klare Philosophie – und Hansi Flick

Vertragsverlängerung für Münchner Trainer? : Der FC Bayern braucht eine klare Philosophie – und Hansi Flick

Karl-Heinz Rummenigge deutet eine Weiterbeschäftigung von Trainer Hansi Flick an. Das wäre nicht nur wegen der Ergebnisse eine gute Idee. Ein Kommentar.

Die Hand drauf. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (rechts) und Hansi Flick werden wohl noch länger zusammenarbeiten.
Die Hand drauf. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (rechts) und Hansi Flick werden wohl noch länger zusammenarbeiten.Foto: Imago/Kirchner

Zugegeben, ein Sieg in London ist beim FC Bayern nicht wirklich ein Argument – auch wenn er so überzeugend herausgespielt wird wie das 3:0 beim FC Chelsea am Dienstag. In den vergangenen sieben Jahren gewannen die Münchner sechs der sieben Champions-League-Spiele in der englischen Hauptstadt und schossen dabei 22:7 Tore. 2013 feierten sie im Wembley-Stadion gegen Borussia Dortmund den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte. Vom Gewinn der Champions League sind die Bayern noch ein gutes Stück entfernt, dass Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Trainer Hansi Flick nun eine Weiterbeschäftigung über das Saisonende hinaus in Aussicht stellt, ist dennoch die richtige Idee.

Dabei geht es gar nicht in erster Linie um die Ergebnisse. Der Fußball ist schnelllebig und es ist trotz der aktuellen Formstärke der Münchner vorstellbar, dass die Saison zum ersten Mal seit 2012 ohne Titel endet. In den vergangenen Jahren haben die Bayern ihre personellen Entscheidungen aber zu oft an Resultaten festgemacht und dabei eine weitsichtige Strategie vermissen lassen. Wenn bei jeder herbstlichen Krise der Trainer und dessen Spielphilosophie in Frage gestellt wird, kann das auf Dauer nicht gutgehen.

Für langfristigen Erfolg braucht ein Verein eine fußballerische Identität, an der Spielertransfers, Nachwuchsförderung und Trainerwahl ausgerichtet werden. Von Louis van Gaal (ab 2009) über Pep Guardiola bis zur letzten Amtszeit von Jupp Heynckes (bis 2018) stand der FC Bayern für dominanten, ballbesitzorientierten Fußball. Schon Carlo Ancelotti passte dazu nur bedingt, Niko Kovac noch deutlich weniger. Unter Hansi Flick spielen die Münchner nun nicht nur erfolgreich, sondern auch wieder „Bayern-like“, wie die Vereinsführung regelmäßig betont.

Die logische Konsequenz daraus wäre eine Vertragsverlängerung – und je früher diese feststeht, desto besser können die sportliche Führung zusammen Hansi Flick die dringend nötigen Spielertransfers für die kommende Saison planen. Den passenden Stift hat Rummenigge dem Trainer am Dienstag nachträglich zum 55. Geburtstag geschenkt, nun muss der Vorstandschef Flick nur noch einen Vertrag zur Unterschrift vorlegen.

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