Videobeweis in der Bundesliga : Rechtsverteidiger im Glück

Dem Frankfurter Danny da Costa gelingt gegen Hannover 96 sein erstes Profitor - nach einer Fehlentscheidung. Warum reagierte der Videoschiedsrichter nicht?

Seltene Freude: Danny da Costa (links) jubelt nach seinem ersten Bundesligator.
Seltene Freude: Danny da Costa (links) jubelt nach seinem ersten Bundesligator.Foto: AFP

Es gibt Spieler, die sparen sich ihre Tore für die wirklich wichtigen Momente auf. Danny da Costa ist so einer. 124 Profispiele hat der Rechtsverteidiger inzwischen für Leverkusen, Ingolstadt und aktuell Frankfurt absolviert, das Runde ins Eckige konnte er dabei noch nie befördern. Bis Samstag. Es lief die 39. Minute gegen Hannover 96 und da Costa tat, was er bei Ecken für sein Team so macht. Er ging nach vorn, bot sich an – und köpfte die Führung, die Frankfurt bis zum Ende nicht mehr abgab. Für die Hessen drei wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze.

Doch da Costas Torpremiere hat einen Beigeschmack, denn die Ecke hätte es nicht geben dürfen. Frankfurts Marius Wolf hatte den Ball im Zweikampf mit Hannovers Felipe direkt vor dem Linienrichter als Letzter berührt. Die Ecke – eine folgenreiche Fehlentscheidung. Was der Zuschauer am Bildschirm bei der ersten Wiederholung sah, durfte der Videoschiedsrichter in Köln seinem Kollegen Marco Fritz im Stadion nicht mitteilen. Denn ein Eingreifen bei einer Fehlentscheidung, die zum Einwurf oder zur Ecke führt, sieht das DFL-Regelwerk nicht vor. Nachdem das International Football Association Board den Videobeweis jetzt offiziell in die Fußballregeln aufgenommen hat, könnte man darüber diskutieren, ob dieser Passus nicht für die nächste Saison geändert wird. So trat Jonathan de Guzmán die Ecke und da Costa nickte ein.

Wenig später rettete der Videobeweis Frankfurt

Dass der Videobeweis indes auch sinnvoll sein kann, erfuhr Danny da Costa dann in der zweiten Halbzeit. Nach einem Zweikampf im Strafraum war Miiko Albornoz gegen ihn zu Boden gegangen. Marco Fritz zeigte auf den Punkt und da Costa sorgte sich schon um den Wert seines Tores. Doch noch vor dem Strafstoß erfuhr Fritz aus Köln von der Schwalbe des Chilenen. Die Folge: Gelb für Albornoz, kein Elfmeter für Hannover. Es blieb beim 1:0. Und da Costa? Der wurde gefragt, wie sich so ein seltener Torerfolg anfühle. „Glück pur“, sagte er – und hatte damit doppelt recht.
An dieser Stelle beschäftigen wir uns mit strittigen Szenen des zurückliegenden Bundesliga-Spieltags.

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