• Viele leere Plätze gegen Argentinien: Dortmund war der falsche Austragungsort für das Länderspiel

Viele leere Plätze gegen Argentinien : Dortmund war der falsche Austragungsort für das Länderspiel

Die Atmosphäre war bescheiden. Dabei hätte sich der DFB die Lücken auf den Tribünen ersparen können. Der Verband muss umdenken. Ein Kommentar.

Die große Leere herrschte in einigen Blöcken des ehemaligen Westfalenstadions.
Die große Leere herrschte in einigen Blöcken des ehemaligen Westfalenstadions.Foto: imago images/Matthias Koch

Nach dem zwischenzeitlichen 2:0 der deutschen Nationalmannschaft im Länderspiel gegen Argentinien in Dortmund (Endstand: 2:2) schwappte eine La Ola durchs Stadion. Sie sah ein bisschen verloren aus. Immer, wenn sie auf der Haupttribüne und der Gegengerade ankam, verschwand sie teilweise. Weil im Oberrang wenige bis keine Zuschauer saßen.

45.197 Besucher sollen am Mittwochabend den Weg ins Stadion gefunden haben, so die offizielle Angabe. Eine hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass es ein Test acht Monate vor der Europameisterschaft war und beide Mannschaften – für diesen Zeitpunkt der Saison nicht ungewöhnlich – auf zahlreiche Spieler verzichten mussten.

Aber es waren eben letztlich rund 20.000 Zuschauer weniger da, als reingepasst hätten. Und so stellt sich die Frage: Warum findet so ein Spiel dann nicht einfach in einem kleineren Stadion statt?

Als gastgebender Verein oder Verband muss man Anreize schaffen, die die Fans dazu bewegen ins Stadion zu kommen. Niemand hat etwas davon, wenn die Ränge halb- bis viertelleer sind. Weil es diesen Anreiz in Form günstiger Tickets schon seit Jahren nicht gibt, könnte die Aussicht auf ein gute Atmosphäre vor ausverkauftem Haus die Lösung sein.

Immerhin zog das DFB-Team im vergangenen Jahr schon mal für ein Testspiel von Frankfurt nach Sinsheim um, weil mit einem geringen Zuschaueraufkommen gerechnet wurde. Das Stadion war mit knapp über 25.000 Zuschauern ausverkauft.

Andere Stadien hätten sich angeboten

Die Möglichkeit besteht also. Und es ist auch nicht so, dass es im Westen der Republik an Fußballstadien mit einer ordentlichen Größe mangelt. Die Stadien in Köln und Düsseldorf beispielsweise wären mit rund 45.000 Zuschauern gut gefüllt gewesen.

Es ist davon auszugehen, dass wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielten. Die sportliche Konstellation mit Argentinien als Gegner, die Neuauflage des WM-Finals 2014, war an sich sehr interessant. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss wohl gehofft haben, dass das Duell noch mehr zieht.

Nur ist das die aus Zuschauersicht völlig falsche Herangehensweise. Schon oft in den vergangenen Jahren musste sich der Verband den Vorwurf gefallen lassen, sich von den Fans zu entfremden. Und hohe Ticketpreise für Spiele ohne Aussicht auf ausverkaufte Ränge machen es nicht besser.

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