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Volleyball-Bundesliga : BR Volleys siegen 3:0 nach Verletzungsdrama

Im ersten Halbfinale gegen die United Volleys aus Frankfurt feiern die Berliner einen 3:0-Sieg. Das Ergebnis wird allerdings von einer schweren Verletzung überschattet.

Vogelperspektive. Paul Carroll (links) war beim 3:0-Sieg der BR Volleys einer der auffälligsten Berliner.
Vogelperspektive. Paul Carroll (links) war beim 3:0-Sieg der BR Volleys einer der auffälligsten Berliner.Foto: imago

Das Duell war ein ungleiches, aber Patrick Steuerwald ist Leistungssportler und als solcher lässt man nichts unversucht. Der 1,80 Meter große Zuspieler der United Volleys aus Frankfurt sprang ab, um den Angriffsschlag seines Gegenübers Robert Kromm, 2,11 Meter groß, abzuwehren. Es sollte ihm nicht gelingen. Kromms Schmetterball klatschte zum 9:9 ins Feld der Frankfurter. Doch zum Unglück der Gäste in der Berliner Max-Schmeling-Halle erwuchs aus der Situation ein Drama für sie. Steuerwald landete bei der Aktion unglücklich auf dem Boden und zog sich eine Luxation am linken Knöchel zu; bei einer Luxation springen ruckartig Knochen aus dem Gelenk. Der 32-Jährige schlug die Hände vors Gesicht und wurde mit bandagiertem Fuß abtransportiert, im Virchow-Klinikum wurde direkt ein Operations-Termin angesetzt.

Gut möglich, dass der große Traum vom Finaleinzug für die United Volleys Rhein-Main schon im ersten Satz dieser im „Best of three“-Modus ausgetragenen Halbfinalserie gegen die BR Volleys aus Berlin geplatzt ist. Die Mannschaft des früheren Berliner Trainers Michael Warm verlor nach der Verletzung nicht nur den ersten Durchgang, sondern anschließend auch das Spiel. 3:0 (25:21, 25:12, 25:17) lautete das deutliche Ergebnis.

Schon am kommenden Mittwoch können die Volleys den Finaleinzug mit einem Erfolg in der Frankfurter Arena perfekt machten. Sollte ihnen das nicht gelingen, käme es zu einem entscheidenden dritten Spiel am kommenden Sonntag in der Schmeling-Halle. „Wenn ich nächsten Sonntag in Berlin bin, dann wohl nur, um spazieren zu gehen“, sagte ein frustrierter Warm. Ein mögliches drittes Spiel scheint nach der Verletzung von Steuerwald weit weg. Die Position des Zuspielers ist die wichtigste im Volleyball. Er ist der Taktgeber, oft wird die Position ausgefüllt von Routiniers, die anhand ihrer Erfahrung ein Spiel lesen und steuern können. Patrick Steuerwald ist einer der besten Zuspieler in Deutschland.

Das Duell hatte für die Frankfurter so hoffnungsvoll begonnen. Angetrieben von Sebastian Schwarz und Tobias Krick, dem Sohn des großzügigen Sponsors Jörg Krick, gingen die Gäste schnell 8:2 in Führung. Bei den Volleys stemmte Trainer Stelian Moculescu die Hände in die Hüften und nahm mit empörter Miene eine Auszeit. Offenbar fand der Rumäne die richtigen Worte. Plötzlich saßen die Schmetterbälle von Paul Carroll und am Netz war Aleksandar Okolic aufmerksam. Die rund 4100 Zuschauer wurden immer lauter, natürlich machte ihnen das Spiel nun Spaß – bis sich Steuerwald verletzte. Minutenlang wurde die Begegnung unterbrochen.

Anschließend musste Warm auf seinen talentierten aber sehr unerfahrenen Zuspieler Jannis Hopt zurückgreifen. Und schon Ende des ersten Satzes wurde deutlich, dass United das Spiel zu entgleiten drohte. Die Abstimmung stimmte nicht mehr, der Rhythmus ging verloren, und die Volleys mit ihren starken Angreifern Carroll und Adam White hatten leichtes Spiel. Die Freude nach dem Sieg war bei den Berliner durchaus vernehmbar. Aber sie wäre so viel größer gewesen, hätte es diese hässliche Verletzung nicht gegeben. „Es tut mir sehr leid für den Spieler und den Gegner“, sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand und warnte zugleich: „Trotzdem wird das Spiel am Mittwoch kein Selbstläufer."

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