Volleyball : Eine Serie macht den BR Volleys Hoffnung

Der VfB Friedrichshafen eilt von Sieg zu Sieg - gerade deshalb glauben die BR Volleys in der Champions League an eine Chance im Rückspiel.

Bereit, wenn ihr es seid. Die Volleys schöpfen wieder Hoffnung.
Bereit, wenn ihr es seid. Die Volleys schöpfen wieder Hoffnung.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Als am vergangenen Mittwoch die enthusiastischen Zuschauer in der Berliner Max-Schmeling-Halle von einem Moment auf den anderen verstummt waren, stach ein Mann mit seiner ostentativ guten Laune doch etwas heraus. Es war Vital Heynen, Trainer des Volleyball-Bundesligisten VfB Friedrichshafen, der einmal mehr in dieser Saison den großen Konkurrenten BR Volleys besiegt hatte, und das auch noch in dessen eigener Halle. Heynen vergaß dabei nicht zu erwähnen, dass die Volleys „vier Mal mehr Erfahrung haben als wir“. Übersetzt sollte das wohl heißen: Die Volleys haben die besseren Spieler, wir aber die bessere Mannschaft, und ja, auch den besseren Trainer.

Tatsächlich untermauern die Statistiken zumindest den Fakt, dass die Süddeutschen das bessere Team haben. Wettbewerbsübergreifend ist der VfB nach dem neuerlichen Erfolg am Sonntag in der Liga gegen die Volleys seit 33 Spielen ungeschlagen. Aber gerade weil die Friedrichshafener so eine fantastische Saison spielen, schöpfen die Volleys vor dem Rückspiel in der Champions League wieder Hoffnung. Am kommenden Donnerstag findet das Spiel um den Einzug in die Runde der letzten Sechs in Friedrichshafen statt (20 Uhr).

Kaweh Niroomand jedenfalls ist sich sicher: „Die denken alle da dran. Wir müssen nur einmal gewinnen.“ Der Manager des Berliner Bundesligisten meint die vergangene Saison, in welcher der VfB Friedrichshafen die Volleys in schöner Regelmäßigkeit besiegte. Aber die letzten beiden Spiele entschieden die BR Volleys für sich, was gleichbedeutend mit dem Gewinn der Meisterschaft war.

"Ich weiß, dass die Serie irgendwann reißen wird"

In diesem Jahr ist die Konstellation zumindest insofern ähnlich, als der VfB Friedrichshafen die Liga dominiert. Eine weitere Parallele besteht darin, dass die Berliner immer besser in Form kommen. Seit Stelian Moculescu im Februar bei den Volleys als Trainer vorgestellt wurde, spielt die Mannschaft wesentlich sicherer als noch unter Moculescus Vorgänger Luke Reynolds. Das spürt auch Vital Heynen, der trotz der unglaublichen Siegesserie seines Teams nicht müde wird zu betonen, dass die Berliner die Favoriten in den Duellen mit Friedrichshafen seien. Die Serie aber empfindet das Team vom Bodensee eher als Bürde denn als Motivation. Ständig werden Spieler und Trainer darauf angesprochen. „Ich weiß, dass die Serie irgendwann reißen wird. Schon allein aus mathematischen Gründen wird sie das tun“, sagte Heynen am vergangenen Mittwoch.

Die Frage ist nur, wann das der Fall sein wird. Geht es nach den Volleys und Niroomand, dann bitteschön am Donnerstag. „Die Friedrichshafener haben auch wegen ihrer vielen Siege etwas mehr Spielsicherheit als wir“, sagt er, „aber wir brauchen uns vor ihnen auch ganz sicher nicht zu verstecken.“ Das ist schon eine kleine Kampfansage des Managers, und sie gründet auch auf der Erfahrung der vergangenen Saison.

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