Vor Bayern München gegen Real Madrid : Geht's noch, Karl-Heinz Rummenigge?

Dass Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid vom "Heldentod" spricht, ist nicht zu entschuldigen. Ein Kommentar.

Der Vorstandschef des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge
Der Vorstandschef des FC Bayern München, Karl-Heinz RummeniggeFoto: AFP

Die folgenden Zeilen wurden in völliger Unkenntnis des Ausgangs des abendlichen Spiels zwischen Real Madrid und dem FC Bayern geschrieben. Also, um den Duktus der Worte des Karl-Heinz Rummenigges zu konterkarieren, lange bevor ab "20.45 zurückgeschossen wurde".

Diesen verheerenden historischen Satz hat er nicht gesagt, aber den heroischen Kampf, womöglich bis Heldentod, den hat er gefordert vor dem Spiel von seinen Bayern.

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'Den Heldentod leben': FC Bayern kämpft in Madrid um Finaleinzug
'Den Heldentod leben': FC Bayern kämpft in Madrid um Finaleinzug

Geht es noch, Karl-Heinz Rummenigge? Die Worte werden bleiben, sie werden auch nicht überholt werden vom Ausgang des Spiels.

Dass Fußball ein emotionales Spiel ist, ist unbestritten und macht Fußball zum Faszinosum. Aber dürfen einem derart die Pferde durchgehen, dass man sich zur Sprache des Unmenschen versteigt, mit der abertausende junge Männer in den Tod getrieben wurden, die ihrerseits abertausende Menschen getötet haben? Nein, das darf einem nicht passieren. Auch nicht, wenn man so dumm ist, die sprachliche Entgleisung nicht einmal zu bemerken.

Es hat eine Zeit gegeben, in der die Sprache des Sports eine Sprache des Sports als Krieg mit anderen Mitteln war. Da war die Rede von Bomben, die aufs gegnerische Tor abgefeuert wurden, von entschärften Granaten und von tödlichen Pässen.

Da wurden Sportler zu Helden, als hätten sie unter Lebensgefahr mit einem Tor oder einer Bergpassage auf dem Rad es dem Lebensretter Schindler und seiner Liste gleichgetan. Das waren auch die Zeiten, in denen sie zu Versagern und Verrätern wurden, weil sie eben nicht heroisch bis zum letzten Blutstropfen für die Sache ihrer Befehlsgeber gekämpft hatten. Die Zeiten sollten vorbei sein.

Wie immer auch dieses Spiel zwischen Real Madrid und dem FC Bayern ausgegangen sein wird, der Verlierer steht seit seinen Äußerungen bereits vorher fest: Karl-Heinz Rummenigge. Das, wie gehabt, zu erwartende Hausverbot beim FC Bayern München nimmt der Autor dieser Zeilen gerne in Kauf.

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