• Vor dem Auswärtsspiel in Braunschweig: Der 1. FC Union kehrt zurück aus der Quarantäne

Fußball-WM 2018

Vor dem Auswärtsspiel in Braunschweig : Der 1. FC Union kehrt zurück aus der Quarantäne

Beim 1. FC Union sind rechtzeitig zum wichtigen Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig ein paar Spieler zurückgekehrt.

Hoffen bis zuletzt. Auf Christopher Trimmel (rechts) würde Union am Sonntag ungern verzichten.
Hoffen bis zuletzt. Auf Christopher Trimmel (rechts) würde Union am Sonntag ungern verzichten.Foto: dpa

Marc Torrejon war das große Thema der Woche ziemlich egal. „Ich habe zwei Kinder. Mein Immunsystem ist stark“, sagte der Abwehrspieler des 1. FC Union Berlin, nachdem er den anwesenden Journalisten der Reihe nach die Hand geschüttelt hatte. Rund um die Alte Försterei wurde vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) fast mehr über Hygiene gesprochen als über Fußball.

Ein grippaler Infekt hatte innerhalb weniger Tage gleich sieben Spieler niedergestreckt. Beim Sieg gegen Fortuna Düsseldorf, der Unions seit November andauernder Negativserie ein Ende setzte, fehlten bereits Toni Leistner, Marcel Hartel, Dennis Daube und Peter Kurzweg. Kapitän Felix Kroos spielte, obwohl er in der Nacht zuvor unter Schüttelfrost litt. Zu Beginn der Woche meldeten sich auch Christopher Trimmel und Berkan Taz erkrankt ab. Union reagierte mit Hygienemaßnahmen. Körperkontakt wird außerhalb der fußballtypischen Zweikämpfe minimiert, in der Kabine steht Desinfektionsmittel bereit und die Spieler werden soweit es geht abgeschirmt.

"Wir müssen abwarten, wie die Trainingswoche verläuft"

Die quarantäneähnlichen Zustände scheinen gerade rechtzeitig zu wirken. Bis auf Trimmel und Taz kehrten alle Spieler rechtzeitig ins Training zurück und dürften – bis auf den gelbgesperrten Kroos – in Braunschweig zur Verfügung stehen. „Wir müssen abwarten, wie sie die Trainingswoche verkraftet haben“, sagte André Hofschneider. Doch auch den Einsatz des Rechtsverteidigers hat Unions Trainer noch nicht ganz abgeschrieben. „Trimmel konnte bis Donnerstag nicht trainieren“, sagte er. „Das Thema bleibt bis zum letzten Tag in unseren Köpfen. Wir gehen aber immer noch davon aus, dass wir eventuell mit ihm beginnen können.“

Sollte Trimmel, der in dieser Saison einer der konstantesten Berliner und mit sieben Assists zudem bester Vorbereiter ist, ausfallen, müsste sich Hofschneider etwas einfallen lassen. Die einfachste Variante wäre, den wiedergenesenen Leistner in der Innenverteidigung aufzubieten und dessen Vertreter Marvin Friedrich nach rechts zu schieben. Hofschneider will sich jedoch nicht in die Karten schauen lassen. Trimmel sei zwar nicht gleichwertig zu ersetzen, „wir haben aber viele Spieler, die auf der Position spielen können.“

Ob mit oder ohne Trimmel, Union braucht in Braunschweig einen Sieg, um den Abstand nach oben zu reduzieren. Durch die Schwächen der Konkurrenz haben die Berliner trotz der bisher sehr wechselhaften Saison immer noch Chancen auf Platz drei, darüber sprechen möchten sie in Köpenick aber nicht. „Wir sind demütig genug, denn vor zwei Wochen haben wir noch über ganz andere Dinge geredet“, sagte Stephan Fürstner. „Der Sieg gegen Düsseldorf war für uns aber Gold wert.“

Union hat sein Selbstvertrauen wiedergefunden

Mit dem wiedergefundenen Selbstbewusstsein wollen die Berliner nun auch gegen die enttäuschenden Braunschweiger gewinnen. Vor einem knappen Jahr platzten durch die 1:3-Niederlage bei der Eintracht Unions Aufstiegsträume, nun ist die Ausgangslage für beide Mannschaften deutlich schlechter. Wobei die Lage für Braunschweig und Trainer Torsten Lieberknecht bei nur drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone noch ernster ist als für die Berliner. Hofschneider rechnet trotzdem nicht mit einem einfachen Spiel. „Braunschweig hat seit Oktober nicht mehr zu Hause gewonnen und will den Bock umstoßen“, warnte Unions Trainer.

Die Zielsetzung der Berliner ist klar. Um eine Serie zu starten, „müssen wir so beginnen, wie wir gegen Düsseldorf aufgehört haben“, forderte Fürstner. Die schwierige Trainingswoche mit den vielen erkrankten Spielern sieht er dabei nicht als Problem. „Wenn viele ausfallen, rutscht der Rest noch enger zusammen“, sagte Fürstner. Hauptsache, dabei steckt sich niemand an.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper testen + Geschenk sichern!

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar