Vorstandschef des FC Bayern München : Rummenigge für Abschaffung der 50+1-Regel

Im Interview mit dem Magazin "GQ" positioniert sich Karl-Heinz Rummenigge beim Thema 50+1 eindeutig. Auch in Sachen TV-Vermarktung hat der Bayern-Vorstandschef klare Vorstellungen.

Karl-Heinz Rummenigge träumt von noch viel mehr Geld im deutschen Fußball.
Karl-Heinz Rummenigge träumt von noch viel mehr Geld im deutschen Fußball.Foto: dpa

Karl-Heinz Rummenigge würde ein Ende der viel diskutierten 50+1-Regel im deutschen Fußball begrüßen. „Ich hoffe, dass die Deutsche Fußball Liga die 50+1-Regel freigeben wird. Wahrscheinlich würden Leitplanken eingebaut, welcher Natur auch immer, der Übergang soll sanft gestaltet werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München in einem Interview des Magazins „GQ“ (April-Ausgabe).

„Ich denke, jeder Verein sollte für sich selbst entscheiden, ob er sich für Investoren öffnet, wie weit er sich für Investoren öffnet oder ob er sich gar nicht öffnet“, sagte Rummenigge. Die 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren auf einen Verein begrenzen.

Bei künftigen TV-Verträgen erwartet Rummenigge deutlich höhere Summen als in der Vergangenheit. „Sie werden noch explodieren“, sagte der 62-Jährige. „Die wichtigsten Player sind noch gar nicht im Spiel. Die amerikanischen Unternehmen wie Apple, Amazon, Netflix, die kommen alle noch“, sagte Rummenigge. „Denn für diese Unternehmen ist es doch nicht entscheidend, ob das Recht 500 Millionen oder eine Milliarde Euro kostet. Für die ist doch nur entscheidend: Ist das Recht exklusiv und hilft es bei meiner Verbreitungsstrategie?“

Kritik übte Rummenigge an der Umsetzung des Financial Fairplays. „Es war eigentlich ein gutes Finanzkontrollwerkzeug, das da erfunden wurde. Man hätte es bloß strikt und stringent einsetzen müssen. Strikt und stringent heißt: Jeder, der dagegen verstößt oder mit Tricksereien anfängt, ich sage es jetzt drastisch, kriegt auf die Hörner“, sagte Rummenigge. „Das ist leider nie passiert. Diesen Vorwurf muss sich die Uefa gefallen lassen. Sie hat einfach nie den richtigen Mut und Willen gezeigt, dagegen konsequent vorzugehen.“ (dpa)

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