Wasserball : Deutschland verpasst Weltcup-Finale denkbar knapp

Die deutschen Wasserballer haben das Weltcup-Halbfinale gegen Australien verloren. Am Ende waren die Nerven entscheidend.

Auch die Anweisungen von Bundestrainer Hagen Stamm konnten die Niederlage nicht verhindern.
Auch die Anweisungen von Bundestrainer Hagen Stamm konnten die Niederlage nicht verhindern.Foto: imago/Bernd König

Hagen Stamm hätte einen kurzen Weg in die Kabine gehabt. Nur ein paar Meter. Doch der Bundestrainer wählte den langen Weg, ging mit langsamen Schritten um das komplette Becken. Um wenigstens in Ansätzen zu verarbeiten, was im Europasportpark an der Landsberger Allee passiert war. Die deutschen Wasserballer unterlagen im Weltcup-Halbfinale gegen Australien auf hochdramatische Weise mit 10:11 (2:3, 2:1, 3:3, 1:1 – 2:3) nach Fünfmeterwerfen. Am Sonntag um 13 Uhr treffen sie im Spiel um Platz drei auf Serbien, das im ersten Halbfinale 11:12 (3:1, 3:5, 3:3, 2:3) gegen Ungarn verloren hatte. Um 14.30 Uhr bestreiten Ungarn und Australien das Endspiel.

„Wir haben am Maximum gespielt, haben uns immer zurückgekämpft“, sagte Stamm. Er sagte jedoch auch: „Wenn du drei Fünfmeter nicht triffst, hat der Gegner verdient gewonnen.“ Die Deutschen hatten die Versuche durch Ben Reibel und Marko Stamm verwandelt, aber danach keinen mehr.

Das Ticket für die Weltmeisterschaft 2019 in Südkorea hatten die beiden Mannschaften schon vor der Partie sicher, nun ging es um den Einzug ins Weltcup-Finale. Die Australier machten vor etwa 1000 Zuschauern das erste Tor, die Deutschen glichen aus. Danach legte Australien weiterhin stets vor, Deutschland zog nach. Das erste Viertel endete bitter für Stamms Mannschaft, da sie eine Sekunde vor dem Ende das 2:3 durch Aaron Younger kassierte.

Doch Maurice Jüngling, mit drei Treffern bester deutscher Torschütze, brachte alles wieder in die Reihe.
Eine Führung wollte Deutschland in der gesamten Begegnung einfach nicht gelingen, dafür hielt Torwart Moritz Schenkel sein Team im Spiel. Auch nach dem dritten Viertel hieß es Unentschieden, 7:7. Bei 8:8 ging es schließlich ins Fünfmeterwerfen. Einige Minuten später wählte Hagen Stamm den langen Weg in die Kabine.

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