Wasserball-Supercup in Berlin : Tobias Preuß ist auswärts zu Hause

Der Wechsel von Wasserballer Tobias Preuß aus Spandau zum Erzrivalen Hannover hat im Sommer Aufsehen erregt. Jetzt kehrt der Nationalspieler zum Supercup erstmals nach Berlin zurück.

Leonard Brandbeck
Tobias Preuß zählt zu den Stützen der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft.
Tobias Preuß zählt zu den Stützen der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft.Foto: Deutsche Wasserball Liga

Berlin - Tobias Preuß ist sich der Brisanz seines Wechsels durchaus bewusst. „Ich will nicht instrumentalisiert werden für diese Spandau-Hannover-Geschichten“, sagt der 29-Jährige deshalb. Die Rivalität zwischen den beiden großen WasserballKonkurrenten, dem Serienmeister Wasserfreunde Spandau 04 und den aufstrebenden Hannoveranern von Waspo 98, ist nicht kleiner geworden, seit Preuß im Sommer die Seiten gewechselt hat. Immerhin stammt Preuß aus Spandau, hat dort mit dem Wasserball begonnen und sich über Jahre zu einem wichtigen Spieler entwickelt, auch im Nationalteam.

Bevor Preuß mit seinem neuen Verein aus Hannover also am Wochenende zum Supercup in der Schwimmsporthalle Schöneberg (Samstag und Sonntag ab 11.30 Uhr) erstmals wieder nach Berlin zurückkehrt, bemüht er sich um Entspannung. „Im Herzen bin ich immer noch Spandauer“, sagt Preuß. „Ich bin dem Verein sehr dankbar. Da ist null böses Blut.“Bei seinem Wechsel habe er eben noch einmal nach einem „neuen Ansporn“ gesucht: „Bei Spandau muss man immer gewinnen, alles andere ist ein Debakel. Das macht ja auch Spaß, aber manchmal macht es eben noch mehr Spaß, mal als Verfolger in eine Saison zu gehen.“ Preuß spielte bereits 2013 nach seiner Rückkehr als Sportstipendiat aus den USA für eine Saison in Hannover.

Dass bei Waspo nun in der Zwischenzeit noch einmal ordentlich aufgerüstet wurde – neben Preuß kamen etwa auch Nationaltorhüter Moritz Schenkel und Topspieler Julian Real nach Hannover –, hat Preuß gemerkt: „Inzwischen ist natürlich schon viel passiert. Man wird jetzt einfach wahrgenommen.“ Doch darüber, dass sein Team von der Konkurrenz nun gerne als Titelfavorit genannt wird, muss er schmunzeln: „Damit will man nur der eigenen Mannschaft den Druck nehmen. Ich hab das letztes Jahr bei Spandau ja selbst noch genauso über Waspo gesagt.“

Titel will er mit seinem neuen Verein aber natürlich trotzdem gewinnen – am besten schon beim Supercup am Wochenende in Berlin. Preuß freut sich bereits auf die alten Spandauer Teamkollegen wie auch auf Familie und Bekannte und stellt fest: „Für mich ist das ja ein Heimspiel auswärts.“ Leonard Brandbeck

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!