Werder Bremen : Thomas Schaaf soll zurück an den Osterdeich

Werder Bremen sucht nach der Entlassung von Trainer Nouri nach einer großen Lösung. Dabei wäre Thomas Schaaf der perfekte Kandidat. Ein Kommentar.

Schaaf
Thomas Schaaf als Werder-Coach. Das waren noch Zeiten.Foto: ddp

Beständigkeit und Nüchternheit, das schätzt man am Osterdeich. So kommt man auch durch die schlimmsten Krisen, den gefühlt seit Jahren dauernden Abstiegskampf etwa. Diese Ruhe und Beständigkeit aber fehlen schon seit längerer Zeit beim SV Werder Bremen – weder Robin Dutt noch Viktor Skripnik konnten den Verein dauerhaft aus den Tiefen der Tabelle hochziehen, jetzt ist auch Alexander Nouri offiziell gescheitert. Am Montag gaben die Bremer nach dreizehn sieglosen Bundesliga-Partien seine Beurlaubung bekannt und setzten den ehemaligen Drittliga- Coach und Trainerassistenten der ersten Mannschaft, Florian Kohfeldt, als Interimstrainer ein.

Drei Mal ist Bremer Recht, sagt man an der Weser. Will heißen: Drei missglückte Versuche sind in Ordnung, dann ist es aber auch gut. Genug des Herumexperimentierens – Werder braucht eine Lösung mit Hand und Fuß. Thomas Tuchel und Lucien Favre seien im Gespräch, ist zu hören. Dabei gibt es einen, der Beständigkeit und stilles Ackern wesentlich besser verkörpert: Thomas Schaaf. Vierzig Jahre bei Werder Bremen, zuerst als Spieler, die letzten 13 Jahre und neun Tage als Trainer. Nach seinem Abschied 2013 kam er bei keinem anderen Verein richtig an, sitzt seitdem in der Warteposition. Zuletzt war er als Technischer Direktor im Gespräch – er spielt also bereits eine Rolle in den Überlegungen der Geschäftsführung.

In den Herzen der Fans ist er ohnehin fest verankert, niemand weckt das Werder-Gefühl, den Glauben an Wunder wie den Pokalsieg 1999 nach dem Kampf gegen den Abstieg so wie der gebürtige Mannheimer. Tuchel und Favre zeichnen sich dagegen durch Detailbesessenheit aus, gelten als Taktikfüchse, die dafür mit den Spielern und Fans nicht so recht warm werden wollen. Außerdem fahren andere Mannschaften auch gut damit, ehemalige Trainer aus dem Ruhestand zu holen: Der FC Bayern holte kürzlich Erfolgstrainer Jupp Heynckes zurück und scheint die Krise abgewendet zu haben. Warum sollte das also nicht auch in Bremen funktionieren?

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