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Wimbledon-Siegerin in Runde zwei : Angelique Kerber mit Geduld zum Sieg gegen Tatjana Maria

Wenigstens auf Angelique Kerber ist aus deutscher Sicht Verlass: In zwei Sätzen siegt Kerber gegen Landsfrau Tatjana Maria und steht in Runde zwei.

Zum Schreien. Angelique Kerber freut sich über einen Punkt.
Zum Schreien. Angelique Kerber freut sich über einen Punkt.Foto: Foto: Ben Curtis/AP/dpa

Schicke Sommerkleider und edler Zwirn sind angesichts sonniger Tage in Wimbledon derzeit schwer angesagt. Und so legen die Ladies und Gentlemen entsprechend elegante Outfits an, wenn es raus geht auf die altehrwürdige Anlage im Südwesten Londons. Schließlich handelt es sich bei den All England Championships ja nicht um irgendein Tennisturnier, sondern das mit der wohl traditionsreichsten Geschichte überhaupt.

Was am Dienstagnachmittag auf dem Centre Court zu sehen war, passte dazu wunderbar. Im Match zwischen Angelique Kerber und ihrer deutschen Landsfrau Tatjana Maria gab es Rasentennis wie in alten Zeiten – zumindest von der vermeintlichen Außenseiterin. Die 31-Jährige aus Bad Saulgau zwang ihre fünf Monate jüngere Gegnerin und ihres Zeichens Titelverteidigerin in Wimbledon immer wieder in die Knie. Maria spielte mit Vor- und Rückhand fast jeden Ball als Slice unterschnitten über das Netz. So richtig gefiel ihrer Gegnerin nicht, dass sie für ihre Schläge so tief runter musste, am Ende aber setzte sich Kerber trotzdem mit 6:4 und 6:3 durch.

"Ich kenne Tatjana sehr gut und war deshalb vorbereitet. Du brauchst viel Geduld und musst bis zum Schluss konzentriert bleiben, weil sie ein bisschen tricky spielt", sagte Kerber später auf der Pressekonferenz und wirkte dabei schon ziemlich gelöst. Vor dem Match sei sie "wirklich sehr nervös" gewesen. "Da als Champion rauszugehen, da sind so viele Emotionen dabei. Aber es hat dann großen Spaß gemacht", ergänzte sie.

Kerbers Sieg war der erste deutsche in diesem Turnier. Dass es am Montag sieben Niederlagen in sieben Matches für ihre Landsleute gegeben hatte, das "kriegst du natürlich mit", wie sie sagte. Tags darauf hatte sich die schwarze Serie zunächst fortgesetzt. Andrea Petkovic unterlag der Rumänin Monica Niculescu mit 6:2, 2:6 und 5:7. Die Auslosung hatte es immerhin so gut mit den Tennisprofis aus Deutschland gemeint, dass angesichts des Duells Kerber gegen Maria ein Weiterkommen einer Deutschen von vornherein feststand.

Nächste Gegnerin ist am Donnerstag Lauren Davies aus den USA

Eine Überraschung lag im Match dann nie wirklich in der Luft, auch wenn Maria immer wieder tolle Punktgewinne feiern durfte. Den schönsten mit einem Volleystopp nach einem Zirkusschlag von Kerber durch die Beine mit dem Rücken zum Netz. Maria ließ die Vorjahressiegerin agieren, eine interessante Taktik gegen eine Gegnerin, die viel lieber aus der Defensive kommt.

Trotzdem behielt die Nummer fünf der Setzliste die Nerven und schaffte es, Maria "in den wichtigen Momenten mit meinen Schlägen unter Druck zu setzen." Für Kerber war es "der Schlüssel zum Erfolg". Am Aufschlag muss sie allerdings noch arbeiten, gleich vier Mal gab sie ihr Service ab. Dafür durfte sie Passierbälle üben, Maria stürmte immer wieder mutig ans Netz. So wie auch beim letzten Punkt. Kerber spielte den Ball aber cool mit der Vorhand an Maria vorbei. Danach umarmten sich die Spielerinnen herzlich und strahlten. In der nächsten Runde bekommt es Angelique Kerber nun mit der Lucky Loserin Lauren Davies aus den USA zu tun.

Einzige Deutsche ist sie im Einzelfeld aber noch nicht, Laura Siegemund ist durch ein 6:4 und 6:4 gegen die Britin Katie Swan ebenfalls noch im Turnier vertreten. Genauso wie College-Spieler Dominik Koepfer, der den Serben Filip Krajinovic 6:3, 4:6, 7:6 (11:9) und 6:1 bezwang, Jan-Lennard Struff nach einem 6:4, 6:3, 6:2 gegen Radu Albot aus Moldawien und Julia Görges, die sich gegen die rumänische Qualifikantin Elena-Gabriela Ruse 7:6, 6:1 durchsetzte.

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