• WM 2014 - der tägliche Liveticker: Cristiano Ronaldo ist fit, Mario Balotelli köpft ein

Hup Holland Hup, hupen Holland hupen

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WM 2014 - der tägliche Liveticker : Cristiano Ronaldo ist fit, Mario Balotelli köpft ein
Armer Iker. Der sonst gern zum Heiligen erhobene spanische Nationaltorwart Iker Casillas in Büßerpose. Hinten bekennen sich die holländischen Propheten Snejder und Robben zu ihrem 5:1-Sieg gegen den Weltmeister. Die Niederlande nahmen damit Revanche für ihre Niederlage gegen Spanien im WM-Finale 2010.
Armer Iker. Der sonst gern zum Heiligen erhobene spanische Nationaltorwart Iker Casillas in Büßerpose. Hinten bekennen sich die...Foto: AFP

12.50 Uhr: Anders als gestern läuft unsere Debatte derzeit noch etwas schleppend. Unser User "freierbuerger" sieht die Causa Kaiser so: "Man liest, Franz Beckenbauer wollte die Fragen, die die Fifa an ihn stelle, in deutsch bekommen. Deutsch ist neben Englisch, Französisch und Spanisch eine der vier offiziellen Amtssprachen der Fifa. Wenn das stimmt, kann ich Beckenbauer sehr gut verstehen. Dann wäre die Sperrung Beckenbauers durch die Fifa wirklich eine verspäteter Aprilscherz der Fifa, wie Beckenbauer sagte. Wahrscheinlich ist das Teil eines Ablenkungsmanövers der korrupten Führung der Fifa um den Capo di tutti Capi Blatter." Und was meinen Sie zur Sperre Franz Beckenbauers durch die Fifa? Kommentieren und diskutieren Sie mit! Nutzen Sie dazu bitte die einfach zu bedienenden Kommentarfunktion etwas weiter unten auf dieser Seite.

12.15 Uhr: Das 1:5-Debakel des Weltmeisters gegen die Niederlande findet ein entsprechendes Medienecheo in Spanien. „Jetzt bringt das mal wieder in Ordnung!“, fordert das Sportblatt „Marca“ heute auf seiner in schwarz gehaltenen Titelseite von der Nationalelf. „As“ schreibt unter Anspielung auf den anstehenden Thronwechsel in Spanien: „Der Weltmeister dankt ab“ - wie König Juan Carlos. Auch „El Periódico“ sieht „La Roja“ im Niedergang. „Spanien verlor mehr als nur ein Spiel. Die Nationalelf hat die Begeisterung, die Spielkultur, den Stil und die Seele verloren“, meint das Blatt. Mehr Pressestimmen hier.

Niederlande 5, Spanien 1: Eine Demütigung in Bildern
Da staunt sogar der Trainer. Louis von Gaal klatscht Robin van Persie ab. 5:1 gewinnen die Holländer in der Neuauflage des WM-Finals von 2010 gegen Spanien.Weitere Bilder anzeigen
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14.06.2014 00:09Da staunt sogar der Trainer. Louis von Gaal klatscht Robin van Persie ab. 5:1 gewinnen die Holländer in der Neuauflage des...

11.35 Uhr: Wir schalten um zu den Deutschen - und die schalten dumm. Zumindest Lukas Podolski und Mesut Özil. Die beiden meinten, es sei doch nett, mal mit grimmiger Miene mit schwer bewaffneten Sicherheitskräften zu posieren und das dann über Instagram zu verbreiten. Und zur gleichen Zeit gehen brasilianische Sicherheitskräfte im WM-Land brutal gegen Demonstranten vor. Die Reaktionen in den Social Media sind entsprechend. Dann lieber stummschalten.

11.05 Uhr: Der Weltmeister ist geschlagen, aber die "WM bleibt unbesiegbar", titeln unsere Kollegen vom Medien-Branchendienst "meedia", "noch 4 Mio. Zuschauer nach Mitternacht". Auch die Nachtspiele interessieren die Fans, auch wenn eben nicht Spanien und Holland, sondern Chile und Australien antreten. Unser Spielbericht zum 3:1-Sieg der Chilenen über die Australier wurde bislang allein 10.000 Mal aufgerufen und ist damit der derzeit meistgelesene Text auf Tagesspiegel.de. Weiter so, die WM besteht eben nicht nur aus den üblichen Verdächtigen!

10.50 Uhr: Der Fußball-Weltverband Fifa hat übrigens "gelassen" auf die Proteste bei der Fußball-WM in Brasilien reagiert. „Wir hatten ein Fanfest an der Copacabana mit 25.000 Menschen, und es waren rund 300 Menschen, die protestiert haben“, sagte Sprecherin Delia Fischer am Freitag in Rio de Janeiro laut dpa. „Wir respektieren das voll, dass Menschen die WM als Plattform nutzen wollen, um ihre Meinungen auszudrücken, so lange es friedlich ist. Aber wir müssen den kompletten Kontext sehen. Die Feiern in allen Städten sprechen für sich selber.“ In São Paulo, Austragungsort der ersten WM-Partie zwischen dem Gastgeber und Kroatien, Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Brasília, Porto Alegre und Fortaleza war es bislang zu Protesten gekommen. Davon endeten einige mit Ausschreitungen.

10.38 Uhr: Unsere holländischen Freunde kommen derweil aus dem Hupen und Hup-Rufen nicht mehr raus. In vielen niederländischen Städten wurde laut Nachrichtenagentur dpa ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. In Orange gekleidete Fans zogen auf Plätze und schwenkten Fahnen, Autos fuhren hupend durch die Straßen. In Amsterdam hatten rund 15 000 Fans den zentralen Museumsplatz vor dem Reichsmuseum zum Oranje-Platz gemacht. In Rotterdam entstanden Staus durch feiernde Fans auf Kreuzungen. Über sieben Millionen Niederländer hatten das erste Gruppenspiel ihrer Nationalmannschaft bei der WM im Fernsehen verfolgt. In den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook herrschte vor allem ungläubiges Staunen. Die meisten Niederländer hatte nach Umfragen kein großes Vertrauen in die Elf von Bondscoach Louis van Gaal. „Ist das echt Oranje?“, „Wahnsinn“ und „Revanche für das WM-Finale gegen Spanien 2010“ twitterten Millionen. Der Sieg bescherte nur einigen Ladenbesitzern Einbußen: Sie hatten zuvor ihren Kunden Rabatte von 10 Prozent für jedes Oranje-Tor versprochen. Hup Holland hup! (Hoffentlich endet das nicht alles wieder in Tränen.)

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