WM in Japan : Das deutsche Volleyball-Team hofft auf die Zukunft

Die deutschen Volleyballerinnen ziehen nach der 0:3-Niederlage gegen Europameister Serbien viel Positives aus dem WM-Aus.

Punktegarant. Die Diagonalangreiferin Louisa Lippmann war auch gegen Serbien die erfolgreichste deutsche Spielerin.
Punktegarant. Die Diagonalangreiferin Louisa Lippmann war auch gegen Serbien die erfolgreichste deutsche Spielerin.Foto: FIVB/dpa

Felix Koslowski sagte das, was Trainer immer sagen, wenn die eigene Mannschaft gegen einen absolut überlegenen Gegner verloren hat: „Aus solchen Spielen werden wir für die Zukunft lernen.“ Doch beim Bundestrainer der deutschen Volleyballerinnen war diese Äußerung am Montag nicht nur eine Floskel. Schließlich zeigt seine Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Japan, dass sie blendende Zukunftsaussichten besitzt – wie beim sensationellen 3:2-Sieg gegen den zweimaligen Olympiasieger Brasilien am Sonntag. Aber eben auch, dass sie von den absoluten Spitzenteams doch noch etwas entfernt ist.

Am Montag in Nagoya verlor die deutsche Nationalmannschaft in der zweiten WM-Gruppenphase gegen Europameister Serbien mit 0:3 (14:25, 20:25, 20:25). Damit mussten Koslowski und seine Spielerinnen endgültig ihre vagen Hoffnungen auf das Erreichen der nächsten Runde begraben. Deshalb sagte Koslowski eben seinen Satz mit der Zukunft. Und da gibt es ja wirklich einiges, worauf er bei seinem jungen Team (Durchschnittsalter: 25 Jahre) hoffen kann. Das wurde auch am Montag deutlich. Gegen die Serbinnen, die bei dieser WM noch keinen Satz abgegeben haben, waren wieder einmal Louisa Lippmann (11 Punkte) und Jennifer Geerties (10) die erfolgreichsten deutschen Angreiferinnen. Beide sind erst 24 Jahre alt.

Und so war gegen Serbien nicht die eigene Offensive das Problem, sondern die nicht aufzuhaltende kraftvolle Offensive der Gegnerinnen. „Serbien spielt im Moment auf dem Höhepunkt. So wie sie spielen, sind sie unglaublich nah am Männer-Volleyball dran“, betonte Koslowski und blickte erneut voraus. „Ich denke, dass dies auch die Zukunft sein wird und Serbien ist darauf im Moment am besten vorbereitet.“

Das selbstgesteckte WM-Ziel können die Deutschen noch erreichen

So boten die Serbinnen den Deutschen direkten Anschauungsunterricht. „Wir wussten, dass bei uns alles perfekt laufen und Serbien schwächeln muss, wenn wir etwas holen wollen“, sagte Kapitänin Maren Fromm. „Trotzdem haben wir im zweiten und dritten Satz gut mitgespielt, aber am Ende haben sie immer einen Gang gefunden, mit dem sie noch einmal zugelegt haben.“

Ganz vorbei ist die WM für die Deutschen noch nicht. Nach einem spielfreien Tag treffen sie am Mittwoch (9.10 Uhr/live auf sportdeutschland.tv) auf Puerto Rico, am Donnerstag spielen sie noch gegen die Dominikanische Republik. Da nur die ersten drei Mannschaften aus der deutschen Gruppe E die nächste Runde erreichen, hat Koslowskis Mannschaft als Fünfter keine Chance mehr auf das Weiterkommen. Das selbstgesteckte Ziel können die deutschen Volleyballerinnen aber noch erreichen: einen Platz unter den besten zehn Mannschaften der WM.

Dafür wären zwei Siege in den beiden anstehenden Spielen hilfreich. „Das sind zwei physisch sehr starke Mannschaften, die ordentlich auf den Ball hauen können“, sagte Maren Fromm. „Wir müssen die Spiele sehr diszipliniert angehen.“ Koslowski fordert ganz klar zwei Siege. „Die Spiele gegen Puerto Rico und die Dominikanische Republik wollen wir unbedingt gewinnen“, betont der 34-Jährige. „Daher haben wir ein bisschen Druck. Diesen wollen wir aber in positive Energie umwandeln.“ Und sicher weiter für die Zukunft lernen. (Tsp/dpa)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!