Sport : WM-Kampf: Klitschko will besseren Gegner

Hartmut Scherzer

Mannheim - Wladmir Klitschko möchte beweisen, dass er der beste, der stärkste, der einzig wahre Weltmeister im Schwergewicht ist. Der Champion der IBF möchte Schluss machen mit dem Unsinn, dass es noch drei andere Weltmeister mit den Buchstaben WBA (Nikolai Walujew), WBC (Oleg Maskajew) und WBO (Shannon Briggs) gibt. Der Ukrainer wünscht sich die Zeiten seiner großen Vorbilder Max Schmeling und Muhammad Ali zurück, als nur ein Weltmeister aller Klassen die anerkannte Autorität war. Wladimir Klitschko boxt heute gegen den ihm vorgesetzten offiziellen Herausforderer Ray Austin in Mannheim (22.15 Uhr, live bei RTL). Fraglich, ob der 36-jährige Amerikaner eines Titelanwärters überhaupt würdig ist.

Klischko hätte viel lieber als nächstes die ersten Schläge zur Titelvereinigung gegen Maskajew oder Walujew geführt. „Wir haben mit dem Management von beiden verhandelt“, bestätigt Klitschko. „Doch in der heutigen Boxwelt werden die Wünsche eines Kämpfers nicht beachtet.“ Die Boxorganisationen schreiben ihren Weltmeistern vor, gegen wen sie ihren Titel zu verteidigen haben. „Diese Politik macht einen Vereinigungskampf zurzeit unmöglich“, bedauert Klitschko. Die Institutionen kündigen dem Champion sofort den WM-Status, wenn er der Aufforderung zum Pflichtkampf nicht folgt. WBA, WBC, IBF und die mittlerweile ebenfalls etablierte WBO achten darauf, dass sie nicht die selbe Nummer eins haben. Wegen des Geschäfts.

Lennox Lewis war 1999 der letzte „undisputed“ Champion. Die WBA nahm dem Einheitsweltmeister den Gürtel gleich wieder weg. Die IBF gestattete ihm sechs Titelverteidigungen, ehe auch sie ihm die Anerkennung entzog. Der WBC ließ ihm bis zum Rücktritt die Insignien. WBA und IBF erklärten ihre Titel für vakant und hatten damit wieder eigene WM-Fights fürs „Big business“. So läuft das.

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