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Mit der Schiedsrichterleistung nicht einverstanden. Don Jackson in Aktion.
© Peter Steffen/dpa

Eishockeytrainer Jackson beleidigt Schiedsrichter: Zehn Mal „Fuck You“ und drei Mal „Fucking Bullshit“

Sein Spitzname ist der „stille Don“. Am Samstag rastet der Trainer von RB München allerdings komplett aus und geht den Schiedsrichter an.

Münchens Eishockey-Trainer Don Jackson gilt eigentlich als ruhig und still - aber er kann auch anders. Menschen, die in gut kennen, wissen das. Im Jahr 1995 hat er in den USA in der Halle sogar mal ein gegnerisches Maskottchen angegangen. Aber am späten Samstagabend nun, sorgte der US-Amerikaner für einen Eklat: Vierter Spieltag der Champions Hockey League, Sekunden vor Ende der Verlängerung beim HC Ambri-Piotta in der Schweiz brüllte Jackson  vor laufender Kamera mehrmals laut „Fuck You!“ in Richtung des Schiedsrichters, drosch seine Taktiktafel auf das Eis und beschwerte sich wild über den „Fucking Bullshit“. Der Grund für den Eklat war offenbar eine Strafe gegen die Gäste aus Bayern.

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Jackson rief zehn Mal "Fuck you" und viermal "Fucking Bullshit", der etwas unbeholfen wirkende Schiedsrichter schickte den Trainer aus München daraufhin auf die Tribüne. Der 63-Jährige, einst an der Seite von Eishockey-Ikone Wayne Gretzky zweimal Stanley-Cup-Champion und der erfolgreichste Trainer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), wurde der Bank verwiesen. Sein Team rettete sich trotz einer 3:5-Unterzahl in den letzten 21 Sekunden in das Penaltyschießen, wo es dann den 3:2-Sieg feierte. Der deutsche Vizemeister hat damit beste Chancen auf die K.o.-Phase der CHL. Nach dem Spiel sagte Jackson reichlich lapidar: „Es war ein tolles Spiel beider Teams.“

Jackson hatte schon ähnliche Ausraster, etwa 1995 in einem Spiel der American Hockey-League. Das Maskottchen der Atlanta Knights trieb hinter der Spielerbank der von Jackson betreuten Cincinnati Cyclones Schabernack – bis es Jackson zu bunt wurde. Der Trainer der Gäste kletterte über die zwei Meter hohe Plexiglasscheibe hinter der Bank und hatte handfeste Argumente für den Riesen im grauen Schaumstoffkostüm. Ein rechter Haken landete am aufblasbaren Kopf von Sir Slapshot. „Was hätte ich machen sollen“, sagte Jackson. Der 2,70 Meter große „Fettjunge“ habe ihn genervt. Einmal sei Jackson sogar auf seine Spieler gestürzt, weil sich das Maskottchen in die Scheibe hinter der Bank habe fallen lassen. Bei der International Hockey League fanden sie den Rechfertigungsversuch wenig einleuchtend. Jackson wurde für zehn Spiele gesperrt.

Sicher ist, dass Jackson nun von Seiten der CHL auch eine Strafe droht.

Der skurrilen Episode aus dem Februar 1995 kann Jackson nicht mehr viel abgewinnen. In den Anfangszeiten seiner Laufbahn als Coach hat er vielleicht noch zu viel von dem robusten Verteidiger gehabt, der im Kultteam der Edmonton Oilers in den Achtzigern für das Grobe zuständig war. Seit 2005 ist er in Europa als Trainer und wurde zum erfolgreichsten Trainer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Jackson trainierte zwischen 2007 und 2013 auch die Eisbären Berlin in der DEL und holte fünf Meistertitel mit ihnen. Mit München wurde Jackson auch schon drei Mal Meister, im Vorjahr erreichte er das Finale der Champions League. (cv/dpa)

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