Sport : Ziege an den Schreibtisch

Pander als Sportdirektor in Gladbach abgelöst

Andreas Morbach

Mönchengladbach - Zwar hatte sich das nahende Ende von Peter Panders Mönchengladbacher Karriere seit Wochen angedeutet, doch so richtig gut darauf vorbereitet war Borussias Vereinsführung anscheinend trotzdem nicht. Und so musste das abgeschlagene Schlusslicht der Fußball-Bundesliga seine gestrige Pressekonferenz zum bevorstehenden Heimspiel gegen Hertha BSC kurzfristig verschieben, von 13 auf 15 Uhr. Ein wenig mehr Zeit für Vereinschef Rolf Königs, um sich zu sammeln und am Nachmittag dann den früheren Gladbacher Profi Christian Ziege als neuen Sportdirektor vorzustellen.

„Ein junges, hungriges Team aus den eigenen Reihen“, beschrieb Königs die frische Riege, die neben der Aufgabe, den Abstieg doch noch zu verhindern, „zudem die Planungen für die neue Saison forcieren“ soll. Ein großartiges Zeugnis ist das nicht für den 56-jährigen Pander, der seinen Rücktritt angeboten hatte. „Ich bin niemand, der davonläuft“, hatte Pander gesagt. „Aber die Frage ist natürlich immer, inwieweit eine solche Diskussion die Mannschaft belastet.“ Nach dem 0:1 am Samstag in Wolfsburg hatten die Mönchengladbacher ihren Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf fünf Punkte in die Höhe geschraubt, es musste wohl etwas passieren. Und weil Pander bereits seit zwei Jahren durch kostspielige Personalpolitik aufgefallen war, stand der Schuldige für den Niedergang fest.

Nun also soll es Christian Ziege richten. Der 35-Jährige war seit Juni 2006 Betreuer von Borussias B-Junioren. „Es ist für mich eine Ehre, diesen Posten zu übernehmen“, sagte Ziege gestern. Um das für ihn ungewohnte Feld bearbeiten zu können, will sich der 72-malige Nationalspieler nun „Tag und Nacht daransetzen, um diese Sachen für die Borussia zu lernen“. Große Erfahrung am Schreibtisch hat Ziege ja noch nicht – für seinen ehemaligen Mitspieler Stefan Effenberg ist er daher auch nicht der richtige Mann. Effenberg hatte sich selbst als Sportdirektor in Gladbach ins Gespräch gebracht. „Ich habe Präsident Rolf Königs angerufen und ihm meine sofortige Hilfe angeboten“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Es ist für mich eine schallende Ohrfeige. Sie bekommen mich auf dem silbernen Tablett serviert und treten es mit Füßen.“ Er bezweifle, ob in Gladbach Leute Entscheidungen treffen, die Ahnung vom Fußball haben.

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