Das berühmteste Comeback des Sports

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Zum Tod von Muhammad Ali : Der Größte aller Zeiten
Hartmut Scherzer
Die Aura des Champions. Muhammad Ali 1975 bei einem öffentlichen Training.
Die Aura des Champions. Muhammad Ali 1975 bei einem öffentlichen Training.Foto: Imago

Unvorstellbar vierzig Jahre zuvor. Als Pazifist hatte Muhammad Ali einst das weiße Amerika empört, als er am 28. April 1967 im Rekrutierungsbüro 61 der United States Armed Forces in Houston, Texas, den Wehrdienst verweigerte, die Aberkennung des Titels, den Lizenzentzug, den Verlust von Millionen Dollar und die Verurteilung zu fünf Jahren Haft in Kauf nahm.

Das schwarze Amerika feierte Ali wie einen Freiheitskämpfer und -helden für seine Botschaft: "Warum verlangt man von mir, einem so genannten Neger, eine Uniform anzuziehen und 10.000 Meilen von der Heimat entfernt mit Bomben und Kugeln auf braune Menschen in Vietnam zu zielen, während andere so genannte Neger in Louisville wie Hunde behandelt und ihnen die elementarsten Menschenrechte verwehrt werden?"

Erst drei Jahre später hob der Oberste Gerichtshof das Urteil auf und erklärte den Lizenzentzug für Unrecht. Muhammad Ali kehrte aus der Verbannung in den Ring zurück, zum berühmtesten Comeback des Sports. Dieser außergewöhnliche Mensch hatte nicht nur Sonny Liston, sondern auch "eine Gesellschaft besiegt, die einen selbstbewussten afroamerikanischen Sportler nicht ertragen konnte" (Jan Philipp Reemtsma).

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Boxlegende Muhammad Ali ist tot
Boxlegende Muhammad Ali ist tot

Der strenggläubige Muslim hatte einmal über sein Schicksal gesagt: "Ich habe nie gefragt: 'Warum ich? Ich bin mit so viel Gutem gesegnet. Gott prüft mich." Und jedem, der sein Leiden auf das Boxen zurückführte, den belehrte Ali: "Schließlich haben nicht alle an Parkinson erkrankten Menschen geboxt. Richtig?"

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