Zwei Remis am Bundesliga-Samstag : Köln schlägt müde Freiburger Tiger

Bayer Leverkusen und die TSG Hoffenheim trennen sich wie der VfL Wolfsburg und der SC Paderborn unentschieden. Der 1. FC Köln siegt spät in Freiburg.

Angenehm war es am Samstag für keinen Fußballspieler. Bei über 30 Grad in der Republik ging es für die Teams vor allem darum, sich die Kräfte gut einzuteilen und die Trinkpausen sinnvoll zu nutzen. Niemand wollte zu viel riskieren – die Folge sind zwei Unentschieden. Nur der 1. FC Köln hatte noch in der Nachspielzeit genug Kraft – und traf zum Sieg.

Bayer Leverkusen – TSG Hoffenheim 0:0

Wenn es so weitergeht, könnte Hoffenheim bald als offizieller Ausbildungsverein von Leverkusen durchgehen. Immer mehr Spieler wechseln aus Sinsheim zu Bayer. Mit Kevin Volland und Kerem Demirbay standen zwei in der Startformation. Ramazan Özcan und Nadiem Amiri saßen außerdem auf der Bank. Und ja, wenn Spieler wie Volland, Demirbay und Amiri jetzt bei Leverkusen spielen, fehlen sie eben bei Hoffenheim. Die Spielanteile waren daher klar verteilt. In der ersten Hälfte hatte Leverkusen 75 Prozent Ballbesitz und schoss neunmal auf das Tor von Oliver Baumann. Doch wirklich gefährlich wurde es selten. Nach der Pause wurde die Partie ausgeglichener. Erst mit der Einwechslung von Amiri wurde Leverkusen wieder stärker. Der U-21-Vize-Europameister verpasste die Führung nur knapp. Es blieb beim torlosen Unentschieden.

VfL Wolfsburg – SC Paderborn 1:1

Xaver Schlager war in den bisherigen Saisonspielen der stärkste Wolfsburger. Vor dem Duell gegen Paderborn hatte er angekündigt, zumindest läuferisch an seine Leistungen anknüpfen zu wollen. „Wenn ich nicht laufen wollte, wäre ich beim Fußball beim falschen Sport. Ansonsten könnte ich Schach spielen, da muss ich mich nicht anstrengen“, sagte Schlager. Nach zehn Minuten strengte er sich ein bisschen zu sehr an, als er eine Hereingabe von Josip Brekalo nur ganz knapp verpasste und mit dem Fuß im Rasen hängen blieb. Sofort winkte er mit schmerzverzerrtem Gesicht ab und musste auf der Trage den Platz verlassen.

Paderborn nutzte die Verwirrung der Wolfsburger und traf fast unmittelbar danach zur Führung. Cauly Oliveira Souza erzielte das 1:0. Es dauerte lange, bis sich Wolfsburg gute Möglichkeiten erarbeiten konnte. Nach der Pause war es dann der aktive Brekalo, der eine schöne Ablage von Wout Weghorst von der Strafraumkante direkt ins Tor verwandelte. Beide Teams hatten danach gute Chancen auf den Siegtreffer – doch die Torhüter erwischten einen sehr guten Tag.

SC Freiburg – 1. FC Köln 1:2

Freiburgs Trainer Christian Streich hatte gefordert, dass seine Spieler „wie die Tiger“ verteidigen. Das gelang zumindest in der ersten Halbzeit sehr gut – auch, weil der Videoassistent nach einem Tor der Kölner eingriff und korrekterweise auf ein Stürmerfoul entschied. Glück für Freiburg. Nur ein paar Minuten später entschied sich der Kölner Abwehrspieler Rafael Czichos für ein kleines Geschenk. Kurz vor der Halbzeitpause wollte er unbedrängt eine Flanke klären und traf ins eigene Tor. Noch mal Glück für Freiburg.

Und das alles vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw. Er konzentrierte sich aber wohl weniger auf die Defensive von Freiburg, sondern auf Luca Waldschmidt, den er unter der Woche zum ersten Mal für die Nationalmannschaft berufen hat. Mit dem Kölner Jonas Hector stand außerdem noch ein weiterer Nationalspieler auf dem Rasen. Nach der Pause wurden die Freiburger Tiger dann etwas müde und ließen Kölns Anthony Modeste zu viel Raum. Das nutzte der Stürmer zum Ausgleich per Kopf. Gegen Ende ließ Freiburgs Kraft noch weiter nach. Das nutzte wiederum Kölns Neuzugang Ellyes Shkiri in der Nachspielzeit zum Siegtreffer. (Tsp)

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