Zweite Liga : Der 1. FC Union hat was wiedergutzumachen

Der 1. FC Union Berlin muss sich im Heimspiel gegen das Überraschungsteam aus Sandhausen am Samstag steigern. Trainer André Hofschneider fordert eine deutliche Reaktion.

Gesprächsbedarf. Bei Union und Hartel (Mitte) läuft es nicht.
Gesprächsbedarf. Bei Union und Hartel (Mitte) läuft es nicht.Foto: Annegret Hilse/dpa

Der Greenkeeper des 1. FC Union war nicht zu beneiden. Nach der anderthalbstündigen Übungseinheit am Mittwoch sah der Trainingsplatz neben dem Stadion An der Alten Försterei aus wie ein frisch umgepflügter Acker. Die Spieler hatten gegrätscht und gekämpft, geschoben und getreten. Kurzum: Es hatte richtig geklappert im Training des Berliner Zweitligisten.

Größer hätte der Kontrast zum letzten Pflichtspiel nicht sein können. In Braunschweig spielte Union kraftlos und kam nach schwachem Beginn nie auf Betriebstemperatur. „Der Trainer hat uns gesagt, dass wir es in Braunschweig nicht gut gemacht haben“, erzählt Marcel Hartel. „Die Aggressivität holst du dir im Training und wir wollen sie jetzt auch auf den Platz bringen.“ Im Heimspiel gegen den SV Sandhausen (13 Uhr, Sky) werden die Berliner eine deutliche Leistungssteigerung brauchen – auch von Hartel.

Der U-21-Nationalspieler ist nicht für seine kämpferischen Qualitäten bekannt, seine Kreativität fehlte Union zuletzt aber. In Bielefeld und Braunschweig wurde er erst in der letzten halben Stunde eingewechselt, gegen Düsseldorf fehlte er krank. Hartels Formkurve ist sinnbildlich für die Entwicklung von Union. Als es für die Mannschaft im Frühherbst gut lief, glänzte auch Hartel. Mit Spielwitz, Dribblings und klugen Pässen hatte er großen Anteil am Zwischenhoch der Berliner. Danach ließen aber auch Hartels Leistungen nach. „Es ist momentan nicht einfach für uns als Mannschaft und auch für mich“, sagt Hartel.

Es wird zu lange nachgedacht

Die schlechten Ergebnisse und schwankenden Leistungen sind an Unions Profis nicht spurlos vorübergegangen. Auch Hartel denkt zu lange nach in Situationen, in denen er zuvor instinktiv die richtige Entscheidung getroffen hatte. „Das Problem ist, dass ich mein Herz momentan nicht in die Hand nehme, an einem Gegner vorbeigehe und abschließe.“

Gerade gegen Sandhausen sind Hartels Qualitäten im Eins-gegen-Eins gefragt. Das Überraschungsteam besticht durch seine Kompaktheit und hat mit 19 Gegentoren die beste Abwehr der Liga. „Das ist eine sehr eklige Mannschaft“, sagt Trainer André Hofschneider, der nach der Niederlage in Braunschweig eine Reaktion fordert. „Ich hoffe, wir haben den Knall jetzt letztmals gehört“, sagt Hofschneider. „Du kannst mal schlecht Fußball spielen. Du musst aber immer laufen und kämpfen.“ Auch wenn der Greenkeeper dann Überstunden einlegen muss.

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