Zweite Liga : Marc Torrejon darf den 1. FC Union verlassen

Der spanische Verteidiger hat in dieser Saison noch kein Pflichtspiel für die Berliner absolviert – daran wird sich wohl auch in der Rückrunde nichts ändern.

Da war er noch gesetzt. In der vergangenen Saison stand Marc Torrejon (links) fast immer auf dem Platz - hier gegen Darmstadts Felix Platte.
Da war er noch gesetzt. In der vergangenen Saison stand Marc Torrejon (links) fast immer auf dem Platz - hier gegen Darmstadts...Foto: Uwe Anspach/dpa

Bei vielen Online-Portalen gibt es die beliebte Rubrik "Was macht eigentlich ...?" Dabei geht es meist um mehr oder weniger prominente Zeitgenossen, von denen man schon länger nichts gehört hat. Ailton etwa, Charlie Sheen oder Martin Schulz. Auch beim 1. FC Union gibt es durchaus ein paar Kandidaten, die in diese Rubrik passen könnten. Gleich sieben Profis im Berliner Kader kamen in der Hinrunde in keinem einzigen Pflichtspiel zum Einsatz. Der bekannteste unter ihnen: Marc Torrejon.

In der vergangenen Saison war der 32 Jahre alte Spanier in der Innenverteidigung noch gesetzt. Abgesehen von einer Verletzungspause stand er fast immer auf dem Platz und kam auf 24 Einsätze. In dieser Hinrunde schaffte er es verletzungsbedingt nicht mal in den Kader – und es ist gut möglich, dass dies auch in der Rückrunde so bleibt. Denn Union hat Torrejon die Freigabe erteilt. "Vor Weihnachten habe ich vom Verein das Okay bekommen, dass ich wechseln darf", sagt Torrejon, dessen Vertrag in Berlin noch bis zum Saisonende läuft.

Bisher habe er ein Angebot erhalten. "Ich fühle mich wohl in Berlin, aus sportlichen Gründen wäre ein Wechsel aber einfacher", sagt Torrejon. "Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob ich bleibe oder gehe." Als Ziel im Falle eines Wechsels kommt vor allem die Zweite Liga in Frage. "Ich würde lieber in Deutschland bleiben. Meine Kinder haben gerade angefangen, Deutsch zu sprechen, und wenn wir jetzt nach Spanien zurückgehen, vergessen sie alles wieder."

Bei Union hat Torrejon kaum noch Einsatzchancen

Dass seine sportliche Situation nicht ganz einfach ist, ist dem Spanier bewusst. Seit dem Sommerurlaub hatte er mit hartnäckigen muskulären Verletzungen zu kämpfen. Bis Dezember bremsten ihn seine Waden immer wieder aus, dann bereiteten ihm seine Oberschenkel Probleme. "Ich war in der A-Jugend mal fünf Monate verletzt, ansonsten bin ich nie so lange ausgefallen", sagt Torrejon. "Jetzt fühle ich mich aber wieder gut, kann trainieren und bin in zwei oder drei Wochen wieder bei 100 Prozent." Im Trainingslager durfte er im Test gegen Unterhaching zumindest ein paar Minuten mitwirken.

Die Chancen auf Pflichtspieleinsätze bei Union sind dennoch sehr gering. Marvin Friedrich und Florian Hübner sind in der Innenverteidigung nach der starken Hinrunde gesetzt. Als erste Alternative ist vermutlich Neuzugang Nicolai Rapp eingeplant. Auch Michael Parensen dürfte in der Hierarchie noch vor Torrejon stehen. "Ich kenne die Situation und habe auch schon mit dem Trainer gesprochen. Es gibt keinen Grund für ihn zu wechseln und ich hoffe, dass die Mannschaft so weitermacht und wir etwas Besonderes erreichen", sagt der Spanier.

Spätestens im Sommer endet seine Zeit bei Union dann in jedem Fall. Dass der Verein seinen auslaufenden Vertrag verlängert, scheint nahezu ausgeschlossen. An ein Karriereende denkt Torrejon aber noch nicht. "Ich kann noch drei oder vier Jahre spielen. Danach gehe ich zurück nach Spanien."

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