Sport : Zweites Comeback

Zwei Monate nach seiner Rückkehr findet Jovo Stanojevic ins Alba-Team

Benedikt Voigt

Berlin - Ein dicker Eisbeutel ziert das linke Knie von Jovo Stanojevic nach dem Vormittagstraining am Donnerstag. Die nächste Verletzung des Centerspielers von Alba Berlin? „Nein“, sagt Stanojevic und grinst. Er findet, dass es wieder an der Zeit ist, seinen neuen Lieblingssatz anzuwenden. Er sagt: „Das ist normal.“

Für Jovo Stanojevic ist gegenwärtig vieles normal. Das liegt zum einen daran, dass der Serbe, wenn er Deutsch spricht, noch nach den richtigen Worten suchen muss. Da hält er sich gerne an einem Satz fest, der sich bewährt hat. Vor allem aber ist nach seiner schweren Knieverletzung, die ihn für acht Monate aus dem Team geworfen hat, inzwischen vieles wieder normal.

Auf dem Spielfeld beginnt sich der 29-Jährige wohler zu fühlen. Vor dem heutigen Spiel in der Max-Schmeling-Halle gegen den Tabellensechsten Bremerhaven (17 Uhr, live auf Premiere) ist das für den Tabellenführer besonders wichtig, da der Einsatz seines Centerkollegen Sharrod Ford (Fußprellung) fraglich ist. Aufbauspieler William Avery (Knieprobleme) hingegen dürfte erneut ausfallen.

Die Chance steht gut, dass Stanojevic wieder länger spielen darf. Nach seinem Comeback im Januar hatte es bis vor kurzem nur zu Kurzeinsätzen gereicht. „Das war schwer für mich“, sagt Stanojevic. Er war es gewohnt, durchschnittlich 30 Minuten auf dem Feld zu stehen. Gegen Paderborn durfte er erstmals wieder 19 Minuten lang spielen und dankte es mit 17 Punkten. Eine Kritik an seinen kurzen Spielzeiten verkneift er sich. „Das ist normal nach so einer Verletzung“, sagt er. Kotrainer Calvin Oldham erklärt: „Er war noch nicht so weit, das hat man im Training gesehen.“

Während seiner Verletzungspause hat der 29-Jährige sein Deutsch verbessert. „Ich habe immer mit meinem Physiotherapeuten gesprochen“, erklärt der Centerspieler. So hat die schwere Verletzung sogar etwas Gutes bewirkt. Sportlich aber musste sich Stanojevic erst eingewöhnen. „Ich bin seit vier Jahren hier, aber es ist, als ob ich den Verein gewechselt hätte“, sagt Stanojevic. Alba spielt einen neuen Stil. „Mehr Verteidigung, weniger Angriff“, beschreibt Stanojevic. Auf der Centerposition hat er Konkurrenz bekommen, Sharrod Ford und Ruben Boumtje- Boumtje machen ihm das Leben unter den Körben schwerer. „Das Training ist härter als die Spiele in der Bundesliga“, sagt er.

Die neue Konkurrenz wirkt sich auf seine Spielzeit aus. „Wir können sofort auswechseln, wenn einer seine Leistung nicht bringt“, sagt Oldham. Die früheren Einsatzzeiten seien für Stanojevic in dieser Saison daher unrealistisch, er darf sich keine Ruhepause mehr auf dem Feld gönnen. Das ist jetzt normal.

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