Unterwegs rund um Groß Fredenwalde : Abende am Kamin, wandern auf dem Weinberg und ein Vogel namens Strauß

Köln bereitet sich auf den Karneval vor, in Berlin herrscht noch Februarstimmung. Ein bisschen Abwechslung und mindestens so gute Laune bringt ein Ausflug nach Groß Fredenwalde.

Milena Zwerenz
Richtig gut zu erreichen ist Groß Fredenwalde leider nur mit dem AutoAchtung: Die Straßen sind in Good-old-Brandenburg-Manier teilweise recht holprig.
Richtig gut zu erreichen ist Groß Fredenwalde leider nur mit dem AutoAchtung: Die Straßen sind in Good-old-Brandenburg-Manier...Foto: Urs Cordua/Landhaus Fredenwalde

Hier in der Uckermark, etwa 80 Kilometer nördlich von Berlin, warten weite Landschaften, schöne Backsteinhäuschen und – hört mal genau hin – Stille. Wer will da noch nach Köln?

Hinkommen: Richtig gut zu erreichen ist der Ort leider nur mit dem Auto, über die A11 in etwas über einer Stunde. Achtung: Die Straßen sind hier in Good-old-Brandenburg-Manier teilweise recht holprig. Die Anreise mit den Öffentlichen – einmal RE, zweimal Bus, Dauer etwas über zwei Stunden – muss man wollen.

Im Landhaus Fredenwalde, einem geräumigen Backsteinhaus am Dorfrand, haben bis zu zwölf Personen Platz.
Im Landhaus Fredenwalde, einem geräumigen Backsteinhaus am Dorfrand, haben bis zu zwölf Personen Platz.Foto: Urs Cordua/Landhaus Fredenwalde

Übernachten im Backsteinhaus

Noch schöner ist so ein Wochenendtrip, wenn die beste Freunde mitkommen können. Im Landhaus Fredenwalde, einem geräumigen Backsteinhaus am Dorfrand von Groß Fredenwalde, haben bis zu zwölf Personen Platz. Doch selbst, wenn alle Betten belegt sind, fühlt sich das große Haus nie beengt an. Die Einrichtung ist rustikal und schlicht, gleichzeitig modern (Bodenheizung!) und wirkt dadurch sehr gemütlich. Weiterer Pluspunkt: Nach einem Winterspaziergang kann man sich hier vor dem hauseigenen Kamin wärmen oder direkt in der Gartensauna verkriechen. Heiß!

Noch bis einschließlich März kostet das Landhaus Fredenwalde unter der Woche 160 Euro pro Nacht, am Wochenende 560 Euro. Sollte zum Wunschtermin nichts mehr frei sein, lohnt es sich auch, auf den Sommer zu warten. Dann kann man den weitläufigen Garten samt Sonnenterrasse so richtig nutzen.

Auf einer kleinen gibt es einige nette Aussichtspunkte über die umliegende Landschaft - Entspannung für die Augen!
Auf einer kleinen gibt es einige nette Aussichtspunkte über die umliegende Landschaft - Entspannung für die Augen!Foto: Urs Cordua/Landhaus Fredenwalde

Wanderung durch und um Fredenwalde

Ein Gefühl für die Gegend bekommt man am besten bei einer kleinen Wanderung. Über Hügel, Felder und Wälder führt ein Rundweg von Groß Fredenwalde über den Weinberg (mit 111 Metern einer der höheren Hügel Brandenburgs) bis zur Badestelle Willmine (vormerken für den Sommer!) und zurück ins Dorf (hier schön eingezeichnet). Auf dem Weg gibt es einige nette Aussichtspunkte über die umliegende Landschaft, mit etwas Glück auch ein paar Rehe zu sehen. Auf jeden Fall aber Entspannung für die Augen.

Durch Groß Fredenwalde selbst verläuft der sogenannte Wallpfad (die ganze Route hier), eine 70 Kilometer lange Fuß- und Fahrradroute, die seit 2005 als touristisches Projekt an historischen Stätten der Uckermark vorbeiführt, unter anderem am schick sanierten Gutshof Fredenwalde. So kann man die Gebäude und Region besser kennenlernen. Mit etwas Glück hat auch das Stallmuseum der pensionierten Kunstprofessorin Inge Mahn, Meisterschülerin von Joseph Beuys, geöffnet. Dann unbedingt reinschauen!

Vormerken für eine Rast im Sommer: Ab voraussichtlich April eröffnen Marie du Vinage und Bert Gerlach, die ehemaligen Betreiber des charmanten Gasthofs zur Eisenbahn in Temmen-Ringenwalde, das Restaurant in der Herberge Groß Fredenwalde. Dann kann man hier immer von Freitag bis Sonntag lecker regional essen.

Auf dem Straußenhof Berkenlatten von Familie Rätz leben über hundert Großvögel.
Auf dem Straußenhof Berkenlatten von Familie Rätz leben über hundert Großvögel.Foto: PR

Besuch auf dem Straußenhof

Mit diesen Tieren rechnet man in Brandenburg erstmal nicht: Strauße. Doch auf dem Straußenhof Berkenlatten von Familie Rätz gibt’s davon gleich über hundert Stück. Auch im Hofladen dreht sich alles um Straußeneier, -wurst, -fleisch und -federn. Darüber hinaus gibt es verschiedene Produkte aus der Region, etwa Honig, frische Milch, Käse und Butter. Gerade mit Kindern kann man hier mal vorbeischauen, den Rundweg entlang des Geheges spazieren und die bis zu 2,50 Meter großen Vögel beobachten, wahlweise auch mit Führung. Wer eher andere Bauernhoftiere mag, kann beruhigt sein: Zum Hof gehören unter anderem auch ein paar Hühner, Schafe, Kühe und Katzen.

Der Straußenhof Berkenlatten hat noch bis einschließlich März von Donnerstag bis Montag ab 10 Uhr bis zum Dunkelwerden geöffnet.

Päuschen im Nachbarort

Bei so viel frischer Luft packt einen irgendwann der Hunger. Die Schokoladenmanufaktur in Boitzenburg ist etwa 20 Minuten mit dem Auto von Groß Fredenwalde entfernt und nicht nur für Tagestourist*innen, sondern auch für die Bewohner des Umlandes ein heißer Tipp in Sachen Kaffee und Kuchen. Denn die hier angebotenen Torten werden in der hauseigenen Schaubäckerei direkt zubereitet, der Kaffee vor Ort geröstet. Im Café fühlt man sich ein bisschen wie auf Sonntagsbesuch bei Omi – alles ein wenig von früher, aber genau richtig so.

Die Manufaktur hat noch bis März Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Zu ihr gehört übrigens auch ein Laden, eine Eismanufaktur und seit Neuestem eine Brauerei. Im Sommer kann man im Biergarten vor dem schönen Marstall sitzen. Was das Boitzenburger Land noch zu bieten hat? Das haben wir hier zusammengetragen.

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Auch kommende Woche fahren wir wieder raus vor die Tore Berlins, nämlich in die Schönower Heide, und freuen uns über Ausflugsziele, Geheimtipps und Lieblingsorte da draußen. Gerne (wie auch alle anderen Hinweise, Kritik und Wünsche!) per Mail an berliner-draussen@tagesspiegel.de

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Viel Vergnügen da draußen & herzliche Grüße vom Tagesspiegel BERLINER

Milena Zwerenz
Milena Zwerenz ist Journalistin und Autorin, betreibt das Gastro-Blog Team Tasty und schreibt am liebsten über Essen, Trinken und Ausflüge.