Audi A6 : Wenn zur Arbeit fahren Spaß macht

Audi zeigt mit der neuen Generation der A6 Limousine, wie man die Oberklasse sportlicher, digitaler und komfortabler macht

Aufgeräumt. Die beiden berührungsaktiven Bildschirme dominieren das Armaturenbrett.
Aufgeräumt. Die beiden berührungsaktiven Bildschirme dominieren das Armaturenbrett.Foto: Promo

Wer sagt denn, dass Dienstwagen einfach nur langweilig sein müssen? Schließlich ist das Leben hart genug für Führungskräfte. Die langweilige Abstimmungsrunde mit dem Controller, die noch nicht fertiggestellte Präsentation für den Vorstand – da soll man sich doch wenigstens auf dem Weg zur Arbeit noch etwas Fahrspaß gönnen. Jawohl, Freude am Fahren kann man schon haben mit dem neuen A6, mit dem Audi seine Ambitionen unterstreicht, die Benchmark für eine Business-Limousine im Oberklasse-Segment zu sein. Sollen sich doch BMW mit dem 5er, die Mercedes E-Klasse oder Volvo mit dem V90 noch so sehr als Konkurrenten fühlen, Audi definiert mit der achten Generation des A6 auf ganz eigene Weise, wie in der Oberklasse Komfort und Sportlichkeit heute buchstabiert wird.

Mehr Kante zeigen: Stärker betonte Radkästen und kräftige Linien dominieren die Seitenlinie.
Mehr Kante zeigen: Stärker betonte Radkästen und kräftige Linien dominieren die Seitenlinie.Foto: Promo

Der A6 ist für Audi enorm wichtig. Immerhin wird die A6 Limousine künftig zu über achtzig Prozent in den Fuhrparks und Dienstwagen-Flotten großer Unternehmen zu finden sein. Doch der A6 ist zugleich als Kernmodell für den besonders in Deutschland bei Familien extrem beliebten Avant wichtig und lässt ahnen, wohin beim Kombi die Reise geht. Der kommt dann im Herbst in den Handel.

Seriös und zugleich sportlich

Baue ein richtig innovatives Auto, aber mach es trotzdem wiedererkennbar – nach dieser Maxime sind die Ingenieure und Designer vorgegangen. Die knapp fünf Meter lange Limousine besticht gegenüber ihrem Vorgänger mit mehr scharfen Kanten und markanterer Linienführung zwischen dem noch breiter gewordenen Frontgrill bis zur etwas höher gewordenen Kofferraumkante, unter der 530 Liter Platz ist. An der Front tragen auch die Lufteinlässe unter den flachen Scheinwerfern – serienmäßig gibt es Matrix LED-Leuchten – zu einer sportlichen Note bei. Auch die Rückfront wirkt nun breiter, wozu das Rücklichtband beiträgt.

Macht sich breit: Die Rückleuchten und die durchgezogene Chromleiste lässt das Heck wuchtiger erscheinen, auch wenn der A6 nur ein Zentimeter breiter geworden ist.
Macht sich breit: Die Rückleuchten und die durchgezogene Chromleiste lässt das Heck wuchtiger erscheinen, auch wenn der A6 nur ein...Foto: Promo

Auf Schalter wird verzichtet

Trotz nahezu unveränderter äußerer Abmessungen gibt es Innen für die Passagiere sogar noch ein paar Zentimeter mehr Beinfreiheit und Kopfhöhe. Neben der leicht wirkenden Innenraumgestaltung, in der klare horizontale Linien dominieren, tragen auch die hochwertigen Sitze zur entspannten Fahrt bei. Der A6 setzt aber vor allem mit der konsequenten Digitalisierung, die schon beim Topmodell A8 Premiere hatte, nun Maßstäbe in seiner Klasse. Ein Ergebnis ist der fast völlige Verzicht auf Knöpfe und Schalter, was dem Innenraum einen enorm aufgeräumten Eindruck verpasst. Mit einem großen Doppelbildschirm über der Mittelkonsole, elegant eingefasst in einer sich zur Spange verbreiternden horizontalen Leiste, werden alle Funktionen von der Fahrwerksabstimmung über das Soundsystem bis zur Klimaanlage gesteuert – wenn man denn will. Denn Audi lässt dem Fahrer die Wahl, die Funktionen auch über das Lenkrad anzusteuern oder auch mit dem Sprachdialogsystem den Befehl zu geben, die Heizung anzustellen. Möglich ist sogar eine Schreibfunktion auf dem Bildschirm, bei der auf die mit dem Finger gekrakelte Eingabe „Tanken“ sofort alle umliegenden Zapfanlagen präsentiert werden – mit den jeweiligen Benzinpreisen. Zur Bedienfreundlichkeit trägt auch der Berührungssensor bei, der dem Fahrer beim Druck auf die Bildschirmfunktionen wie bei einem echten Schalter eine haptische Rückmeldung gibt. Und dass der A6 immer online ist, ist in dieser Oberklasse selbstverständlich.

Platz da: Auf der Rückbank gibt es bei der neuen A6-Generation nun noch mehr Kopf- und Fußraum
Platz da: Auf der Rückbank gibt es bei der neuen A6-Generation nun noch mehr Kopf- und FußraumFoto: Promo

39 Assistenzsysteme für mehr Sicherheit

Zum besten Angebot, das gegenwärtig auf dem Markt zu haben ist, gehören zweifellos auch die bis zu 39 Fahrerassistenzsystemen. Dazu gehört nicht nur die adaptive Cruise Control-System, dass dem Fahrer erlaubt, sich voll auf die Verkehrslage zu konzentrieren und notfalls selber bremst und beschleunigt, wenn die Spur wieder frei ist. Neu ist der Engstellenassistent, der etwa bei Autobahn-Baustellen den Wagen in den schmalen Spuren hält und selbstständig entscheidet, ob der Platz reicht, an dem dicken Laster auf der Nebenspur vorbeizukommen. Ermöglicht werden die elektronischen Helferlein durch ein Gewitter an Sensordaten, die im zentralen Fahrerassistenzsystem zusammengeführt werden. Zum Sensor Set gehören bis zu 24 Bausteine. So sorgen allein im Frontbereich ein Laserscanner, eine Umgebungskamera, ein Long-Range-Radar und eine zusätzliche Frontkamera für die Umfeldbeobachtung. Besonders eindrucksvoll ist die Topview-Perspektive, die wie mit einem Drohnenblick von weit oben beim Einparken hilft.

Mehr Ruhe braucht der Mensch

Die Ingenieure haben die schon bisher stabile Fahrgastzelle noch einmal 30 Prozent mehr Quersteifigkeit verpasst, was die Vibrationen deutlich reduziert und den nahezu zwei Tonnen schweren Wagen noch ruhiger über die unterschiedlichsten Streckenverhältnisse bringt. Im Zusammenspiel mit der wählbaren Akustikverglasung wird der Innenraum nahezu zu einer Oase der Ruhe, genau das richtige vor oder nach einem anstrengenden Arbeitstag.
Auf den Markt kommt der A6 mit serienmäßigem Allradantrieb und zunächst zwei Turbo-aufgeladenen Sechszylinder-Motoren – einem Benziner (340 PS) und zwei Diesel-Varianten (286 PS) mit jeweils drei Litern Hubraum. Der Verbrauch wird mit sechs bis sieben Litern angegeben; im Fahrtest auf bergiger Strecke lag er deutlich darüber. Etwas später folgt noch ein kleinerer Vierzylinder-Turbodiesel, der aus zwei Litern Hubraum 204 PS holt. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Mit der Hand schalten? Nichts da – für alle Aggregate gibt es ausschließlich Schaltautomatik; bei den Dieseln eine Achtstufen-Tiptronik und der Benziner hat ein siebengängigen Getriebe. Egal welche Motorisierung gewählt wird, die Schaltautomatiken schalten sich in jeder Fahrsituation butterweich durch die Gänge.

Breiterer Frontgrill und mehr Dynamik - der A6 gönnt sich mehr Sportlichkeit
Breiterer Frontgrill und mehr Dynamik - der A6 gönnt sich mehr SportlichkeitFoto: Promo

Der kleinste Motor reicht auch

Technisch einzigartig ist zweifellos die formidable Dynamik-Allradlenkung, die optional angeboten wird. Bis Tempo 60 schlagen dabei die Hinterräder ein wenig gegenläufig zur Vorderachse ein, was den A6 enorm wenig und agil im dichten Stadtverkehr macht und den Wendekreis verkleinert. Bei höherer Geschwindigkeit werden die Räder dagegen in der gleichen Richtung angestellt, um dem schweren Wagen noch mehr Fahrstabilität zu geben.
So souverän auch die Kraftentwicklung der großen Motoren ist – ebenso zufrieden kann man sein, wenn man sich für die kleinste Maschine entscheidet. Der kleine Diesel zieht das Fahrzeug überzeugend durch alle Fährnisse des Verkehrs; ansonsten gibt es die volle Packung A6: Die inneren Werte sind es eben, die hier zählen, nicht nur die Muskeln. Der neue A6 soll ab Juli zu kaufen sein - der Einstiegspreis liegt bei 58 000 Euro. Wer aber den kleinsten Diesel wählt, wird nach internen Informationen wohl achttausend Euro sparen und nur 50 000 Euro ausgeben müssen. Das wird für die Dienstwagenbeschaffer wohl ein gutes Argument sein.


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