Lausitz : Letzte DDR-Braunkohlegrube wird geflutet

In der Lausitz beginnt am Donnerstag die Flutung der letzten DDR-Braunkohlegrube. Aus dem ehemaligen Tagebau Meuro in Großräschen bei Senftenberg wird bis 2018 der rund 780 Hektar große Ilse-See.

Großräschen - Mit der Flutung entstehe unmittelbar an den IBA-Terrassen Großräschen der letzte von 30 künstlichen Seen im Lausitzer Kohlerevier, kündigte Rolf Kuhn an, der Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung "Fürst-Pückler-Land" (IBA). Nach der erfolgreichen Flutung des Ilse-Sees werde Europas größte künstliche Seenlandschaft über eine Wasserfläche von rund 140 Quadratkilometern verfügen.

Bereits jetzt locke das Lausitzer Seenland zwischen Berlin und Dresden jährlich Tausende Besucher, Touristen und Wassersportler an die Badestrände und in die Seehäfen der bereits gefluteten Tagebauseen. Besondere Attraktionen seien die ersten schwimmenden Häuser auf dem Gräbendorfer See bei Vetschau und dem Partwitzer See im sächsischen Klein Partwitz.

In den 1960er Jahren hatte mit der Flutung des Senftenberger Sees die Umgestaltung der einstigen Tagebaulandschaft begonnen. Die IBA begleitete den Landschafts- und Strukturwandel seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mit bisher 25 Einzelprojekten. Der Braunkohlentagebau Meuro ist die letzte noch nicht geflutete Kohlegrube. Von 1965 bis 1999 wurden dort rund 330 Millionen Tonnen Braunkohle für die Lausitzer Kraftwerke und Brikettfabriken gefördert. Am 27. Dezember 1999 verließ der letzte Kohlezug den Tagebau. Mit der Flutung entsteht das nördliche Tor zum Lausitzer Seenland. Die ehemalige Bergarbeiterstadt Großräschen wird damit in den kommenden Jahren zu einer Stadt am See. (tso/ddp)