Boxen : Rassistischer Überfall in Ludwigsfelde

Afrikaner angepöbelt und ins Gleisbett geworfen

André Görke

Ludwigsfelde - Der Afrikaner wartete am frühen Sonntagmorgen auf dem Bahnhof Ludwigsfelde gerade auf seinen Regionalexpress, als er von mehreren jungen Männer attackiert und rassistisch beschimpft wurde. Wie die Polizei in Potsdam mitteilte, wurde der 30 Jahre alte Mann aus Sierra Leone „mit den Worten ,Scheiß Nigger‘ beleidigt und mit Bier übergossen“. Das Opfer versuchte, in einen einfahrenden Zug einzusteigen, wurde jedoch daran gehindert und soll mit einer Bierflasche beworfen worden sein. Wie die Polizei mitteilte, soll einer der betrunkenen Täter den Afrikaner nach Ausfahrt des Zuges auch noch ins Gleisbett gestoßen haben, bevor das Opfer schließlich flüchten konnte und die Polizei alarmierte. „Der Schwarzafrikaner wurde jedoch nicht verletzt“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Beamten, die gegen 8.35 Uhr den Notruf des Afrikaners erhielten, eilten schnell zum Bahnhof und konnten fünf Männer „in unmittelbarer Nähe“ des Bahnhofs festnehmen. Die zwei Hauptverdächtigen sind 23 und 24 Jahre alt; die drei weiteren, die jedoch nicht aktiv an der Tat beteiligt gewesen sein sollen, sind zwischen 19 und 23 Jahre alt. „Alle fünf Männer standen erheblich unter Alkholeinfluss“, sagte ein Polizeisprecher. Sie hatten zwischen 1,3 und 1,6 Promille und wurden zur Ausnüchterung auf die Polizeiwache gebracht. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Volksverhetzung. Am Nachmittag wurden die Männer bereits vernommen. Ob sie schon in der Vergangenheit wegen rechter Straftaten auffielen oder dem rechten Milieu zugeordnet werden, war nicht zu erfahren.

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