Boxen : Spekulationen um den kranken Matthias Platzeck

Thorsten Metzner

Potsdam - Die Grippe geht um – und hat nun auch Matthias Platzeck richtig „erwischt“, kurz nach einem Urlaub im sonnigen Süden: Brandenburgs Ministerpräsident hat bis auf Weiteres alle Termine wegen einer „fiebrigen Erkältung“ absagen müssen und hütet das Bett.

Er habe jetzt mit Platzeck telefoniert, ihm gute Besserung gewünscht, sagte Vize-Regierungschef und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) gestern dem Tagesspiegel. „Es ging ihm nicht gut, er konnte kaum sprechen“. Eben eine typische Erkältung, so Junghanns, der jetzt erstmals als Ministerpräsident amtiert und stellvertretend für Platzeck das Grußwort auf dem G-8-Gipfel der Umweltminister der führenden Industrienationen hielt.

In Platzecks Staatskanzlei ist man freilich etwas genervt: Denn prompt wird wieder über den Gesundheitszustand Platzecks spekuliert, der vor fast genau einem Jahr einen Hörsturz erlitten hatte und Anfang April 2006 als SPD-Bundesvorsitzender zurückgetreten war. Damals hatte er auch über einen Kreislauf- und Nervenzusammenbruch berichtet, nachdem Ausfälle vorher heruntergespielt worden waren, unter anderem als „Grippe“.

Die Erkrankung Platzecks kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, nicht nur wegen des verpassten G-8-Gipfels und der versäumten Einweihung des Lausitzer Seen-Landes. Eigentlich hatte sich der Ministerpräsident seit Monaten als fit präsentiert, dies auch in Interviews betont. Zwar leide er noch an den Folgen des Hörsturzes, sagte er jüngst – aber: „Ich fühle mich fit. Ich mache auch wieder Sport. Der Kreislauf ist wieder gut, der Blutdruck ist okay.“ Aber Politiker seien eben auch nur Menschen – und gegen gesundheitliche Tücken nicht gefeit. Platzecks Ansehen im Lande ist, das ergab gerade eine Umfrage, unangefochten wie eh und je.