Boxen : Vertraute Zwietracht

Thorsten Metzner

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Die Erben von Jörg Schönbohm zerlegen sich in trauter Zwietracht weiter. Man sieht jetzt, nicht einmal sechs Wochen nach dem Frankfurter Zitterparteitag, was die blumigen Versprechungen wert waren, der neue CDU-Vorsitzende Junghanns und der „heimliche Vorsitzende“ Petke würden Frieden schließen. Die Wunden sind tief. Es fehlt beiden Lagern an Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. So haben die Turbulenzen jetzt auch die Landtagsfraktion erreicht, wo der alte, neue Vorsitzende Thomas Lunacek geschwächt aus der Wahl hervorgeht. Wer ist vom Führungspersonal dieser „Union“ eigentlich noch nicht beschädigt? In der Brandenburger CDU – das ist das Kernübel – ist die Machtfrage immer noch nicht entschieden. Aber die Kräfteverhältnisse haben sich zumindest zu Gunsten von Junghanns verlagert. Dem von Petke dominierten Landesvorstand stehen nun noch klarere Verhältnisse in der Fraktion gegenüber, ein geschlossenes Junghanns- Führungsquartett. Die Fraktion aber ist das eigentliche Machtzentrum. Das erklärt auch, warum Petke so frontal Junghanns angreift. Fraglich, ob das ein Zeichen von Stärke ist und ob das die Basis honoriert, die der Querelen auf offener Bühne überdrüssig ist. Aber es ist eine Warnung, ja Drohung an Junghanns, der einen Generalsekretär durch den von Petke bestimmten Vorstand bringen muss. In die CDU kehrt keine Ruhe ein – das gefährdet die Koalition mit der SPD.

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