Boxen : Viele Vögel sind schon da

Störche kehren früher zurück – und einige Kraniche sind ganz hier geblieben

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Bad Freienwalde - Rund zwei Wochen früher als im vergangenen Jahr sind die ersten Störche nach Brandenburg zurückgekehrt. Ornithologen beobachten diese Tendenz seit Jahren – und erklären sie nach Auskunft eines Experten der Umweltorganisation Nabu nicht unbedingt mit den milderen Wintern: Störche regelten ihr Zugverhalten nach dem Sonnenstand und nicht nach den Temperaturen. Brandenburg ist laut Nabu mit bis zu 1400 von deutschlandweit gut 4000 Brutpaaren das storchenreichste Bundesland. Je früher die Störche ihre Sommerquartiere erreichen, desto größer seien Brutgelege und Anzahl der Küken.

Die ganze Tier- und Pflanzenwelt erwacht nach dem milden Winter früher als sonst wieder zum Leben. „Bei den Frühblühern wie der Haselnuss hat die Blütezeit teilweise schon zwei Monate eher als im Vorjahr begonnen“, sagt eine Sprecherin des Botanischen Gartens Berlin. Deshalb sind auch schon die ersten Pollen unterwegs. „Viele Blüten sind noch gar nicht zu sehen, weil die Bäume oft noch keine Blätter haben und die kleinen Blüten daher auch nicht so sehr auffallen.“ Die Süßwasserfische in den eisfrei gebliebenen Seen werden nach Einschätzung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) etwas früher laichen als 2006.

Viele Vögel haben sich den Flug in den Süden ganz erspart und den Winter in Deutschland verbracht – wie Tausende Kraniche, die auch im Winter auf brachliegenden Feldern zwischen Ostsee und Berlin zu sehen waren. Sie können sich nun die besten Plätze für ihre Nester sichern.

Für die Pflanzenwelt könnte der milde Winter allerdings auch Nachteile haben: Nach Ansicht von Experten könnten mehr Schädlinge wie Pilze, Blattläuse und weiße Fliegen überlebt haben und den Pflanzen nun schaden. dpa/ddp

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