Boxen : Zwischen Hoffnung und Dummheit

Frank Jansen

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Es tut sich etwas in Brandenburg. Im Kampf gegen den Rechtsextremismus scheinen die Demokraten endlich aus der Defensive herauszukommen. In Halbe gelingt es offenbar, das „Heldengedenken“ der Neonazis mit einem Mix aus gesellschaftlichem Widerstand und staatlicher Repression abzuwürgen. Als die Rechtsextremisten im November nach Seelow auswichen, war auch dort der Empfang unfreundlich. In der Prignitz stand im Januar das Dorf Kleinow auf, als bekannt wurde, der NPD-Anwalt Jürgen Rieger könnte dort eine Immobilie kaufen. Zeichen der Hoffnung. Andererseits dringt die NPD auch ins Bürgertum ein. Die Zahl der rechten Straftaten bleibt viel zu hoch. Die DVU sitzt noch immer im Landtag. Es ist auch nicht zu erwarten, dass die in Teilen der Bevölkerung grassierende Fremdenfeindlichkeit deutlich nachlässt. Und doch: Das Engagement zivilgesellschaftlicher Gruppen wie des Vereins Opferperspektive zahlt sich aus – umso stärker, wenn der Staat genauso entschieden auftritt. Da sind jedoch, vor allem außerhalb Brandenburgs, Zweifel angebracht. Das Bundesfamilienministerium will die Förderung erfahrener Initiativen gegen Rechtsextremismus durch ein bürokratisches Programm kurzfristiger „Krisenintervention“ ersetzen. Eine fatale Dummheit. So wird nachhaltiges Engagement gefährdet – obwohl sich, zumindest in Brandenburg, erste Erfolge zeigen. Gerade auch dank der Hartnäckigkeit von Vereinen wie der Opferperspektive. Mag sein, dass die Landesregierung die Initiativen auffangen würde. Dennoch sollte Brandenburg beim Bund intervenieren, um weltfremde Pläne zu verhindern.