Die größte Gefahr lauert bei alternativen, kostenlosen Apps

Seite 2 von 2
Virenschutz bei Smartphones : Hacker in meinem Handy

Die größte Gefahr besteht hingegen, wenn die Nutzer in den Geräteoptionen die Installation von anderen Quellen zulassen oder per Hand Apps aus dubiosen Quellen installieren. Häufig geschieht dies, weil Nutzer kostenlose Alternativen zu Apps suchen, die bei Google Play oder im Amazon-Store Geld kosten. „Doch was nutzt eine Angry-Bird-App für lau, wenn man sich dafür einen Trojaner auf das Smartphone holt“, wundert sich Andreas Marx über diese Unvernunft – die am Ende erheblich mehr kosten kann als die paar Euro, die man für die App hätte zahlen müssen. Denn die betrügerischen Apps können hohe Folgekosten verursachen, wenn SMS-Transaktionsnummern für das Onlinebanking abgefangen und in Kombination mit einem gekaperten PC zum Plündern des Bankkontos eingesetzt werden. Aber auch Anrufe bei Premiumdiensten im Ausland oder teure SMS-Dienste gehen schnell ins Geld.

Eine andere Gefahr, die von vielen Nutzern unterschätzt wird, ist das sogenannte Entsperren von Smartphones oder Tablets. Zumeist soll dies dazu dienen, die Simlock-Verbindung zu einem bestimmten Provider zu unterbrechen. Aber auch zur Installation eines alternativen Betriebssystems oder von nicht vorgesehenen Funktionen muss zuvor das Gerät entsperrt werden. Bei iPhones wird dabei vom Jailbreak gesprochen. Doch dieses Entsperren und Jailbreaken hat den Verlust wichtiger Schutzmaßnahmen zur Folge, da sich nun Schadsoftware unbemerkt festsetzen kann. Aber egal, ob iOS oder Android: Man muss schon sehr genau wissen, worauf man sich einlässt, bevor man sein Gerät entsperrt.

Gute Virenscanner auf App-Basis kommen aus China

Ungeschützt müssen aber auch die Besitzer von Androidgeräten nicht bleiben. Selbst kostenlose Virenscanner leisten gute Arbeit, wie die Tester des Magdeburger AV-Labors ermittelt haben. „Die Programme kommen auf eine Erkennungsrate von 99 bis 100 Prozent“, lobt Marx deren Zuverlässigkeit. Genauso wichtig aber ist, dass die Programme die Smartphones und Tablets nur unmerklich ausbremsen. Der beste Virenschutz nützt schließlich wenig, wenn die Nutzer ihn ständig ausschalten, weil die Geräte sonst kaum noch nutzbar sind. Der Umfang der mobilen Antivirenapps ist allerdings (noch) nicht mit den entsprechenden PC-Programmen zu vergleichen. Das kostenlose Qihoo 360 Mobile Security enthält immerhin einen SMS- und Anrufblocker.

Zur Finanzierung setzen die Anbieter auf kostenpflichtige Zusatzfunktionen, auf die die Apps regelmäßig hinweisen. So gibt es zum Avast-Virenscanner ein Back-up-Tool, mit dem unter anderem die Kontakte und Bilder gesichert werden. Bei Verlust des Geräts oder wenn es zu einem Defekt kommt, bleiben so wenigstens die Daten erhalten. Ebenfalls sinnvoll ist das Zusatzprogramm, mit dem man sein Handy oder Tablet bei Verlust wiederfinden oder bei Diebstahl aus der Ferne sperren kann. Ähnliche Programme gibt es von verschiedenen Anbietern, und dies nicht nur für Android, sondern auch für die anderen Plattformen.

Ein besonders wichtiger Schutz ist ganz und gar kostenlos: Das Sichern von Smartphones und Tablets durch Updates. Die Updates enthalten einerseits neue Funktionen. Andererseits werden darüber Sicherheitslücken geschlossen. Updates sollten daher möglichst rasch nach Veröffentlichung heruntergeladen und installiert werden. Beim iPhone geschieht dies automatisch, bei Android muss ein Häkchen für die automatischen Updates gesetzt werden. Benötigen die Apps für neue Funktionen weitergehende Berechtigungen, muss dafür vom Nutzer erneut die Zustimmung erteilt werden.

Artikel auf einer Seite lesen

Autor

7 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben