U-Bahnen in Berlin : Die Übersicht: Hier sind die Baustellen der BVG

Die BVG will in den kommenden vier Jahren 800 Millionen Euro in ihr U-Bahn-Netz investieren. Die Fahrgäste werden es zu spüren bekommen.

Schicht im Schacht.
Schicht im Schacht.Foto: picture alliance / dpa

Monatelang, teilweise jahrelang werden wichtige U-Bahn-Linien der BVG in Berlin unterbrochen. Die Auswirkungen werden enorm sein.

Hier die Baustellen für 2019: Ab 4. Januar werden in der West-City die Linien U2 und U3 unterbrochen, weil am Wittenbergplatz mehrere Weichen erneuert werden müssen. Diese sind 50 Jahre alt und drohen zu zerbrechen. Ein Aufschub der Arbeiten ist nicht möglich, sagte U-Bahn-Bauchef Uwe Kutscher am Dienstag.

Die U2 fährt bis 24. Februar nicht zwischen Gleisdreieck und Zoo, und die U3 fährt bis 3. März nicht zwischen Warschauer Straße und Spichernstraße. Als Ost-West-Verbindung bleibt nur die U1, nur sie hält dann noch Wittenbergplatz.

Die Stationen Augsburger Straße und Bülowstraße werden geschlossen und nicht angefahren. In der Woche vom 25. Februar bis 3. März fährt die U1 nicht zwischen Uhlandstraße und Gleisdreieck - dann ist die U2 die einzige Ost-West-Linie.

Eine Umfahrung aus dem Süden ist kompliziert, weil die Verbindungstreppe von der U9 zur U3 am Bahnhof Spichernstraße gesperrt ist. Dort entsteht ein Aufzug; der Umweg ist mehrere hundert Meter lang. Die schnellste Umfahrung der gesperrten U3 ist also nicht möglich.

Fahrgäste müssen zwei bis drei Mal umsteigen. Busersatzverkehr gibt es nicht – weil alle Busse im Süden Neuköllns benötigt werden. Denn ebenfalls ab 4. Januar wird die U7 zwischen Grenzallee und Britz-Süd gesperrt. Hier müssen mit Schadstoffen belastete Faserplatten entfernt werden. Als Ersatz fahren bis 4. März Busse im SEV.

U-Bahnhof Spichernstraße.
U-Bahnhof Spichernstraße.Foto: imago/STPP

Im Herbst wird dann die U6 im Süden für vier Monate gesperrt. Zwischen Alt-Tempelhof und Alt-Mariendorf werden zwei Gleiswechsel eingebaut, die Tunnel saniert und Aufzüge vorbereitet.

Ab 2020 gibt es schon die nächsten Baustellen

Im ersten Quartal 2020 wird die U1 zwischen Kottbusser Tor und Warschauer Straße für zwölf Monate gesperrt, um die stählerne Hochbahntrasse zu erneuern. Hier sollen Busse fahren, für die es sogar eine Busspur geben soll.

Es folgen zwei harte Jahre bis 2022, vor allem im Norden auf der U6. Diese wird ab April 2021 für 20 Monate zwischen Tegel und Kurt-Schumacher-Platz gesperrt. Der Damm ist an mehreren Stellen ins Rutschen gekommen, er wird komplett neu gebaut.

Auch die elegante Spannbetonbrücke über die Seidelstraße wird in dieser Zeit abgerissen und durch eine Stahlbrücke ersetzt. Da die Schäden von außen nicht zu erkennen sind, wird die Brücke über die Seidelstraße vorsorglich ersetzt. Hier soll es SEV geben.

Von Sommer 2021 bis Ende 2022 wird für 17 Monate die U1 zwischen Gleisdreieck und vermutlich Nollendorfplatz gesperrt. Die Brücke der Hochbahn über den Gleisdreieckpark muss abgerissen und neu gebaut werden. Die Brücke ist so verrostet, dass sie bei der letzten Bewertung die Note 3,9 erhalten hat – ab 4,0 wird sofort gesperrt. Seit Monaten sind die Spielplätze unter der Brücke bereits gesperrt, da schwere Stahlnieten aus der Konstruktion herausgefallen waren. Hier ist leicht eine Umfahrung über die U2 am Gleisdreieck möglich.

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